Declan  de Barra - Fragments, Footprints & The Forgotten - Cover
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Declan de Barra Fragments, Footprints & The Forgotten


  • Label: Blackstar/CARGO
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Declan De Barra ist ein irischer Singer/Songwriter, der in Los Angeles lebt und mit „Fragments, Footprints & The Forgotten“ sein drittes Studioalbum veröffentlicht. Sofort fällt das gelungene Coverartwork auf, dessen Gestaltung der Ire selbst übernommen hat und sich von Fotos, die Einwanderer in die USA zeigen, inspirieren ließ. Für Declan De Barra ist es zur lieben Gewohnheit geworden Anregungen für sein Songwriting über Fotos und bildende Künste zu gewinnen. Dass seine zwölf Zeichnungen für das vorliegende Album mit Totenschädeln versehen sind, irritiert zunächst, ergibt jedoch im Gesamtzusammenhang durchaus Sinn.

Gegenüber dem Vorgänger „A Fire To Scare The Sun“ ist die Instrumentierung auf seinem neuen Album spartanischer ausgefallen. De Barra begleitet sich hauptsächlich auf akustischer und/oder elektrischer Gitarre. Zwei Songs („Bedcrumb Trail“, „The Wind That Shakes The Barley“) singt er a capella, auf zwei anderen setzt er das Harmonium ein („Black Crow“, „You Will Overcome“) und erzeugt damit eine an Nico mahnende Atmosphäre. Stimmlich schwingt er zumeist zwischen Tim und Jeff Buckley, auf „Call To Arms“ und „Watch It Burn“ bringt er ein dunkles Crooning hervor, das zwischen Nick Cave und Stuart A. Staples verortet werden kann. Oder er kombiniert die Gesangstechniken wie auf „Sunrise“ oder „Midnight Swell“.

Sein Stimmvermögen ist das Merkmal, das ihn von anderen seiner Zunft abhebt. Trotz der Vergleiche mit den oben Genannten sind die Stimmfärbungen nicht abgekupfert, sondern mit eigenem Charakter ausgestattet. Declan De Barras Kompositionen sind weder aufdringlich melodiöser noch allzu artifizieller Natur. Sie wurzeln im Folk, De Barra ist schließlich Ire, und gehen doch weit über das Genre hinaus. Das Album strahlt eine dunkle Intensität aus und fließt in ruhigen Strömen. Die Ausnahme ist der Song „Fuck The Begrudger“, der mit furios gespielter elektrischer Slidegitarre die stille Atmosphäre des Albums bricht.

Die kryptisch-poetischen Liedtexte sowie die s/w Zeichnungen ergeben gemeinsam mit den gehörten Songs eine Geschichte, in denen die Totenkopffiguren von Krähen, Polizei sowie Wein, Weib und Gesang heimgesucht werden. Ein dunkles Panoptikum, das in dem tanzenden Paar ein vielleicht versöhnliches Ende findet, obwohl die Wolken dunkel dräuen. Dem entgegen wirkt De Barras sanfte Stimme, die in luftigen Höhen schwingt und mit Sehnsucht und Melancholie diesem kleinen Gesamtkunstwerk die Krone aufsetzt.

Anspieltipps:

  • Black Crow
  • Midnight Swell
  • Blossom Tree
  • Fuck The Begrudger
  • A City Somewhere

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