Sonne Adam - Transformation - Cover
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Sonne Adam Transformation


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 42 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Unser Ziel war es nie, bei einem großen Label zu unterschreiben“, reiben sich die Mitglieder der israelischen Sonne Adam verwundert die Augen als Century Media an ihre Tür klopft und gerne eine Kreuzerl unter den Plattenvertrag hätte. Der Titel „Demo des Monats“ des deutschen Rock Hard-Magazins für die zweite EP „Armed With Hammers“ und die dunkle Kreuzung aus Black, Death und Doom Metal war scheinbar genug um einen derart hochkarätigen Deal an Land zu ziehen. Wenn das Label mit Hauptsitz in Hawthorne, Kalifornien damit nur nicht in einen großen Haufen voll von dampfendem Mist gegriffen hat!

„Transformation“, das Longplayerdebüt von Dahan (Gesang, Bass), Davidov (Gitarre), Mayer (Gitarre) und Steel (Schlagzeug) erweist sich nämlich nicht als wunderbares und durchdachtes Konglomerat der oben genannten Stile, sondern bestenfalls als ambitioniertes Copy&Paste-Produkt, das Kompromisslosigkeit als Allheilmittel für fehlendes Songwriting und packende Inszenierung sieht. „Langsame Parts haben oft eine finsterere, ernstere Aura und stehen uns wesentlich besser zu Gesicht als das übliche Blastbeat-Getrümmer“, behaupten Sonne Adam. Ach, wie gerne hätten meine Boxen inmitten der schleppenden, zähflüssigen und dahinsiechenden Darbietung von „Transformation“ ein derbes Blastbeatgewitter vom Zaun gebrochen!

Nichtsdestotrotz muss man den vier Herrschaften eins lassen: Die dreckigen und schlecht gelaunten Riffs, welche leider viel zu selten in den Vordergrund treten, sind aus der Kategorie „anbetungswürdig“ und reißen den einen oder anderen uninspirierten Schlammbatzen mit Leichtigkeitig aus dem Morast. Oft nur für einen kurzen Moment, aber immerhin. Alles richtig gemacht haben Sonne Adam nämlich lediglich im Opener. „We who worship the black“ ist ein böses und hinterhältiges Biest, das seine Klauen schon nach den ersten Sekunden tief in das Fleisch des Opfers bohrt, um es nicht mehr loszulassen. Kein Wunder, dass an dem Track ganze drei Monate gebastelt wurde.

Dumm nur, dass sich die restlichen Kompositionen in Monotonie („Take me back to where I belong“, „I claim my birth in blood“), sperrigen Rhythmuswechseln („Through your eyes hate will shine“) und Verschrobenheit verlieren („Solitude in death“, „Transformation“) und weder Spannung noch eine packende Atmosphäre zu generieren wissen. „Allgemein versuchten wir diese etwas schrägen Metal-Produktionen einzufangen, da sie magischer klingen als die ultra-komprimierten High End-Produktionen von der Stange. So ein Sound würde nur unsere Riffs versauen.“ - Und wieso, liebe Herrschaften, habt ihr eure richtig guten Riffs dann nicht ins Zentrum gestellt, sondern lieber sterbenslangweilige Schlammlawinen aus kratziger Old School Black/Death-Mentalität mit schwammigem Doom Metal gepaart? Keine weiteren Fragen.

Anspieltipps:

  • I Sing His Words
  • We Who Worship The Black

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