Demonaz - March Of The Norse - Cover
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Demonaz March Of The Norse


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 35 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Will man sich in Ermangelung von Hintergrundwissen über Demonaz (Gesang) informieren, so kommt man früher oder später immer auf einen gemeinsamen Nenner: Bathory. Das erfolgt jedoch nicht unbedingt deswegen, weil der werte Herr Nævdal (so Demonaz bürgerlicher Name) auf seinem Solodebüt „March Of The Norse“ ähnlich gestrickten, epischen Black Metal wie damals Thomas „Quorthon“ Forsberg zelebriert, sondern weil er hauptsächlich als Gitarrist und Songwriter der Band Immortal durch die Lande zog, die es ohne die Vorreiterrolle Bathorys womöglich nie in dieser Form gegeben hätte. Darüber hinaus unterstützte Demonaz seinen Immortal-Bandkumpel Abbath bei seinem eigenen Soloprojekt namens I (das bislang einzige Album hört auf den Namen „Between Two Worlds“ und erschien im November 2006), welches sich als Verbeugung vor Forsbergs Erbe verstand.

Gemeinsam mit alten Bekannten wie Ice Dale (Gitarre, Bass) und Armagedda (Schlagzeug), die ebenfalls bei I mitwirkten, will Demonaz nun seine persönliche, musikalische Ehrerbietung leisten. Die beginnt, wie sollte es anders sein, mit einem kurzen Intro, das den epischen Charakter von „March Of The Norse“ doppelt unterstreichen soll. Anschließend geht es auch schon in die Vollen und ein dichter Klangteppich erhebt sich aus der klirrend-kalten Winterlandschaft, in die Demonaz mit seinem rauen Organ als furchtloser Feldherr in die Schlacht zieht. „All blackened sky“ steckt damit jedoch nicht nur das musikalische Terrain gekonnt ab und zieht den geneigten Hörer sofort in seinen Bann, sondern schwingt ohne Rücksicht auf Verluste wie in einem rauschähnlichen Zustand die epische Black Metal-Keule und lässt sie auf den Köpfen der Widersacher niedergehen, die verschreckt das Weite suchen.

Leider bleibt dieser Zustand nicht von langer Dauer und Demonaz gibt die Dominanz seines dreiköpfigen Metalkommandos allzu leichtfertig wieder auf, denn im Angesicht des geglückten Erstschlags ruht sich der Norweger auf seiner naturverbundenen Lyrik (die Schlüsselwörter sind „mountain“, „fire“ und „forest“) und einem gleichbleibenden Songkonstrukt aus, das kaum Abwechslung bietet und sowohl uninspiriert als auch emotionslos durch die Fjells und Fjorde brettert. Lediglich „Where gods once rode“ setzt mit düsterem Begräbnisgemurmel und heroischem Chorgesang Akzente, während sich „A son of the sword“ mit einer fabelhaften Solopassage im hinteren Drittel vor der Gleichförmigkeit retten kann. Für eine kleine, schwarzmetallische Mahlzeit für Zwischendurch ist „March Of The Norse“ daher bestens geeignet, für eine längerfristige Okkupation des Abspielgeräts oder die Inanspruchnahme des Bathory-Throns reicht Demonaz Alleingang allerdings keinesfalls aus.

Anspieltipps:

  • All Blackened Sky
  • A Son Of The Sword
  • Where Gods Once Rode

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