Yucca - Make Up - Cover
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Yucca Make Up


  • Label: FDI Music/SOULFOOD
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Deutschland goes International! Die Zeiten in denen man die deutsche Herkunft von Musikern drei Meilen gegen den Wind riechen konnte sind längst vorbei. Selbst deutschsprachige Bands wie Voltaire schaffen es inzwischen einen Sound zu kreieren, der nicht mehr so weltfremd klingt, dass Musik aus der Republik nicht mehr wie eine alte Eiche unter lauter jungen Palmen steht. Da passt der Name der Band Yucca nur zu gut, die mit „Make Up“ ein frisches Synthie-Album abliefern. Dass die Musik aus Nürnberg und nicht aus den sogenannten Szeneländern dieses Planeten stammt, merkt selbst ein gelernter Kritiker nicht auf Anhieb, wenn denn überhaupt!

Überhaupt gibt es für Kritiker in en ersten Minuten Albums nicht viel auszusetzen. Man stelle sich einfach vor, dass Bloc Party zurück seien und eines ihrer Adrenalin treibenden Lieder ins Rennen schicken. Zwar ist der Gesang bei den Nürnbergern nicht so individuell, doch die treibenden Beats, die schneidige Elektronik und der fast schon prophetische Gesang sorgen für ein Klangerlebnis, wie man es sonst den Engländer zugetraut hätte. Danach geht es allerdings geradewegs ins Synthie-Land wo quietschende Elektronik über allem anderen thront. „Young Birds“ oder auch der Titeltrack „Make Up“ sind gute Beispiele dafür, was den Großteil des Albums ausmacht. Hier gibt es kein allzu schnelles Tempo, noch jede Menge Ruf-Gesang, der mehr mit Aussagen als zusammenhängenden Texten arbeitet und viel, sehr viel Elektronik.

Dieses Prinzip wird entweder komplett kopiert („Ordinary Road“) oder düsterer aus den Boxen gepresst („Gloomy Alleyway“). Irgendwo zwischen hoffnungsvoll und -los lassen uns die fünf Nürnberger in eine elektronische Welt abtauchen, die aktuell und frisch wirkt. Abheben tut sich davon „Clarity“, welches auf Kompatibilität verzichtet und wirklich nach Elektro-Experimentalismus klingt. Ab und an lassen sich noch solche abenteuerliche Momente ausmachen, in denen allein die Elektronik herrscht und der Pop die Lieder nicht ihrer Ecken beraubt. Neben „Clarity“ und dem Opener „Victoria“ fehlen die Lieder nach denen man sich umdreht. Sicherlich kann man die potenziellen Singles „Make Up“, „Ocean“ und Co. gut anhören, doch fehlt es ihnen an den besonderen Ideen oder auch der Einfühlsamkeit, die Bloc Party so weit gebracht hat. Für einen großen Adrenalinschub bringt das Album zu viel verdaulichen Pop mit, für ein angenehmes Elektro-Pop-Vergnügen gibgt es dann aber doch zu viele düstere Augenblicke, die den Hörer angenehm schaudern lassen.

Anspieltipps:

  • Victoria
  • Clarity
  • Make Up

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