Sick Puppies - Tri-Polar - Cover
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Sick Puppies Tri-Polar


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 54 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit den australischen Sick Puppies schickt sich dieser Tage das nächste so genannte YouTube-Phänomen an (die Band hat fast mehr Klicks als Deutschland Einwohner), nach dem digitalen Markt auch den klassischen Tonträgermarkt zu erobern. Und zwar mit dem bereits seit fast zwei Jahren auf dem Mark befindlichen Album „Tri-Polar“, dem Nachfolger des 2007er Majordebüts „Dressed Up As Life“.

Deutschland ist also wieder einmal ziemlich spät dran mit der Entdeckung von Newcomern, obwohl das kommerzielle Potenzial der Sick Puppies im Ausland schon unter Beweis gestellt wurde. Doch nicht nur deshalb könnte es auch hierzulande mit dem Durchbruch von Shimon Moore (Gitarre, Gesang), Emma Anzai (Bass) und Mark Goodwin (Drums) klappen. Denn der Sick-Puppies-Sound ist so konstruiert, dass er im Prinzip überall auf der Welt funktioniert. Folglich hat sich das Trio einer absolut mainstreamtauglichen Alternative-Rock-Variante verschrieben, in der Bands wie Bon Jovi, Nickelback und die Foo Fighters zu einer vollfette Rahmstufe verheiratet werden.

Dazu werden altbekannte Riffs und Hooks neu aufgewärmt und durch Kompressoren gejagt, bis sie am anderen Ende radiotauglich wieder herauskommen. Und tatsächlich: die Songs gehen mit Leichtigkeit ins Ohr, weil sie in ihrer rund geschliffenen Form an keiner Stelle anecken können. Doch wo man oben genannten Bands immer wieder mal einen Volltreffer zugestehen muss (auch Bon Jovi!), regiert bei den Australiern mit zunehmender Spieldauer der blanke Durchschnitt, der allerdings klangtechnisch vom Feinsten ist. Doch was bringt das?

Man muss schon lange überlegen, wann eine Gruppe, die sich Rockband nennt, mehr Weichspüler benutzt hat, als die Sick Puppies. Doch so verrückt es klingt, auch das muss der aktuell in den USA beheimateten Band als Erfolgsrezept ausgelegt werden. Denn so werden ihre Songs für Fernsehserien und Computerspiele gebucht und mit Leichtigkeit weltweit bekannt gemacht. Das einzige, was jetzt noch fehlt, ist eine eigene musikalische Identität, mit der die Band ein Gesicht bekommt. Im Augenblick muss das Trio nämlich dafür herhalten, dass ein Song wie „All the same“ nach Silverchair, „Don’t walk away“ nach Hoobastank, „Maybe“ nach Bon Jovi meets Nickelback und „You’re going down“ nach Linkin Park klingt – ein Spielchen, das man mit jedem einzelnen Track auf „Tri-Polar“ anstellen könnte und auf die Dauer zu nerven beginnt.

Anspieltipps:

  • War
  • Riptide
  • Odd one
  • Don’t walk away

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