Caleya - Trümmermensch - Cover
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Caleya Trümmermensch


  • Label: Midsummer/CARGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die junge Hamburger Post-Hardcore-Kapelle Caleya brachte im Spätsommer des vergangenen Jahres ihr Debütalbum „These Waves Will Carry Us Home“ auf den Markt, das bei Fans und in Fachkreisen seht gut ankam, weil die Band eine eindingliche Symbiose aus inhaltlichen und musikalischen Konzepten herstellt.

Die Platte ist noch nicht ausgekühlt, da liegt mit „Trümmermensch“ noch nicht einmal ein halbes Jahr später das zweite Albums des Quartetts vor. Nachdem „These Waves Will Carry Us Home“ mit lediglich sieben Songs auskam, benötigt „Trümmermensch“ nur noch deren sechs. An der thematischen Wucht der Songs ändert dies jedoch nichts, sodass hier ausnahmsweise der Presse-Waschzettel ausführlicher zitiert werden muss.

„Dem Album liegt dem Konzept zu Grunde, den Menschen in gesellschaftlichen Kontexten und Systemen als eine Ansammlung von Erfahrungen, Eindrücken, Emotionen und Bildern zu betrachten. Diese können aufbauen, stärken, Hoffnung und Halt geben. Aber auch zerreißen, verwüsten, verstören und innerliche Trümmer zurücklassen, die wie schwere Ruinen auf Seele und Herz lasten. Es liegt an dem Menschen selbst, diese Trümmer abzutragen und aus ihnen etwas Neues, Sinngebendes und Richtungsweisendes zu schaffen. Oder Mensch scheitert und wird von der Last erdrückt, umhüllt und eingeschlossen, bis nichts mehr bleibt außer dem Gewicht seiner Selbst, seiner Trümmer, seiner Sehnsucht nach mehr.“

Diese Umschreibung muss man sicher mehrmals lesen, um sich dem inhaltlichen und dem damit verbunden musikalischen Gewicht der Songs zu nähern. Denn der Hörer sollte schon einiges abkönnen, wenn Caleya turmhohe Riffs wie schwere Trümmer aus den Boxen regnen lassen und Sänger Tobi sich auf fast schon beängstigende Weise dazu auskotzt. Dabei wird aber nicht einfach nur geknüppelt. Caleya meißeln durchdachte Klanglandschaften in den Raum, denen man sich trotz aller Härte stellen kann, ohne von ihnen erdrückt zu werden. Für schwache Nerven ist „Trümmermensch“ dennoch nicht geeignet, wenn man sich auch noch mit den Texten beschäftigt, die schwer wie Bleib auf das Gemüt wirken („Nun nimm schon diese Worte / Ich breite sie dir aus / Zähl die Flüsse in diesen Kargen Augen und entgegne mir nicht / Denn ich steh hier am Abgrund und sehe zu wie dieses Glas zerspringt / Und alles was du noch siehst ist die Leere in den Augen / Und ich lege Fesseln an meine tauben Hände / Zweifle nicht / Nein, zweifle nicht“). Starker Tobak. Große Kunst.

Anspieltipps:

  • Akrasia
  • Archetyp
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