The Dears - Degeneration Street - Cover
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The Dears Degeneration Street


  • Label: Dangerbird/SOULFOOD
  • Laufzeit: 59 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Kanada seit einigen Jahren musikalisch gesehen nicht mehr bloß der kleine Nachbar der Amerikaner ist, hat man einer guten Hand voll vielversprechender Bands zu verdanken. Arcade Fire als Beispiel zu nennen wäre berechtigt, aber zu einfach und so widmen wir uns heute dem neuen Album der Band The Dears. „Degeneration Street“ lautet der Titel des nunmehr fünften Studioalbums und soll endgültig eine ganz große Duftmarke hinterlassen. Ob es dafür reicht das neue Album nach einem unveröffentlichten Pink-Floyd-Song zu benennen und beim Titeltrack niemand anderen als Damon Albarn (Blur, Gorillaz, etc.) ans Mikro zu lassen, wird sich zeigen, nachdem vor diesem Moment bereits das komplette Album am Hörer vorbeigegangen ist.

The Dears versprechen viel und geben noch mehr, so hat es den Anschein, wenn „Omega Dog“ als entspannte Jazz-Rock-Nummer zu starten scheint, um gegen Ende in einem psychedelischen Strudel zu versinken. Das Ohrwurmpotenzial ist gegeben und bis zur letzten Sekunde beißt sich der Hörer auf die Lippe, weil er sich sicher ist, diese Melodie schon gehört zu haben. Das anschließende „5 Chords“ macht es einem schon einfacher und klingt nach den Smiths, die in frischem Klanggewand die Szene aufmischen wollen. Dazu die Leichtigkeit, die Arcade Fire so groß gemacht haben und schon haben wir einen eingängigen Rock-Song. Leider hebt sich solche Musik in einer Flut an Indie-Bands nicht allzu sehr hervor. Trotzdem darf das Lied als einer der stärkeren Vertreter des Genres vorgemerkt werden.

Interessanter ist die Band jedoch, wenn sie psychedelisch klingt („Blood“) oder in ruhigen Momenten dem Jazz frönt („Lamentation“). Songs wie das geradlinige „Thrones“ sind einfach nicht von der selben Leichtfüßigkeit wie ein „Ready To Start“ von der Konkurrenz Arcade Fire. Deshalb sind die einfachen Rocksongs noch lange nicht schlecht, aber eben doch der Schwachpunkt dieses Albums. Zum Glück behalten die ungewöhnlichen Tracks, wie das jazzige „Galactic Tides“ die Überhand und sorgen für ein psychedelisches Sounderlebnis voller schräger Gitarren, emotionalem Gesang, Streichern und entspannten Rhythmen. Und wenn dann auch noch eine Schippe Rockabilly mit „Yesteryear“ eingeflößt wird, darf man sich über ein sehr breites Spektrum freuen. Hier kann man der Band beim besten Willen keine Leichtigkeit mehr absprechen.

In einer wahren Schatzgrube aus Rockmusik des neuen Jahrtausends stechen zum Ende des Albums besonders „Unsung“ und der Titeltrack heraus. Ersterer Track liefert einen herrlichen Beat und einen Refrain zum Dahinschmelzen, wogegen „Degeneration Street“ allein mit Damon Albarn und einer fast schon verbotenen Menge an Psychedelic-Rock das Album mit einem verwobenen Tusch beendet. Gerade wenn man meint, dass man in diesem Soundgerüst ersticken müsste, ist das Album nach einer prall gefüllten Stunde auch vorbei und es dürfte garantiert sein, dass dieses Album zu interessant ist, um es nicht in naher Zukunft erneut zu besuchen.

Anspieltipps:

  • Omega Dog
  • Unsung
  • Degeneration Street

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