Golden Kanine - Oh Woe! - Cover
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Golden Kanine Oh Woe!


  • Label: Glitterhouse/INDIGO
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ohne Schweden wäre die Popmusik-Szene ein ganzes Stück ärmer. Ein weiterer Beweis gefällig? Mit „Oh Woe!“ liefert die fünfköpfige Band Golden Kanine einen solchen ab. Ihre Geschichte beginnt vor ungefähr zehn Jahren, als die beiden Singer/Songwriter Linus Lindvall und Andreas Olrog an der Filmhochschule aufeinander trafen. Sie teilten die gleichen Vorlieben für Filme und Musik und beschlossen eine Band zu gründen, die sie Ashtray Hearts nannten. Etwas später gründeten sie The Luscious Four, um sich nach einigen Umbesetzungen schließlich Golden Kanine zu nennen. 2008 veröffentlichten sie ihr Debütalbum „Scissors & Happiness“, das in einschlägigen Kreisen für Begeisterung sorgte.

Mit „Oh Woe!“ liegt nun der Nachfolger vor, der auf dem renommierten Label Glitterhouse erscheint und dort auch bestens aufgehoben ist. Zwischen den Koordinaten Indie, Folk, Rock und Pop entfachen die Schweden ein kleines Feuerwerk der Gegensätze von Melancholie und Euphorie. Neben der Stilvielfalt kommt eine Armada an Instrumenten hinzu, die „Oh Woe!“ in ein musikalisches Ereignis überführen, das auf einem beweglichen Songwriting-Fundament ausgebaut wird. Tanzbare (auch osteuropäische) Folkelemente treffen auf Indie-Pop, der mit diversen Blas- und Saiteninstrumenten sowie mobilem Rhythmusspiel angereichert wird und von den Stimmen Linus Lindvalls und Andreas Olrogs ins melancholische Glück gesungen wird.

Das Album eröffnende „Arkham“ spielt mit Geräuschen, einzelnen Saiten- und Bläserklängen, die im Dunkeln zu stochern scheinen, jedoch auf „Climb“ mit Licht und Glück erfüllt werden, kontrastiert vom melancholischen Gesang. Die entgegengesetzten Stimmungen ziehen sich wie ein roter Faden durch den Songreigen, der wie ein Regenbogen seine Schönheit im Gesamten entfaltet. Dazu gehören naturgemäß so anrührende und tiefreichende Balladen wie „Fire“, „Oh Lord“ oder „A Change“, letztere mit dunkel dräuenden Streichern.

Auffallend wie sie immer wieder Dynamik und Stimmungen auf ungewöhnliche Weise kombinieren und vor allem hieraus ihre Faszination ziehen. Selbstverständlich wäre das Ganze ohne ihre kompositorischen Fähigkeiten nur halb so gut geworden. Wer Vergleiche braucht, dem sei gesagt, dass Bands wie Arcade Fire, Friska Viljor und Beirut zwar als Artverwandte durchgehen, jedoch das gewisse Etwas von Golden Kanine nur unzulänglich beschreiben. Alleine die melancholische Schönheit des finalen „Back From The Woods“ zeugt vom eigenen Charakter der Schweden!

Anspieltipps:

  • Climb
  • Fire
  • A Change
  • Back From The Woods

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