Vivian Girls - Share The Joy - Cover
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Vivian Girls Share The Joy


  • Label: Polyvinyl/CARGO
  • Laufzeit: 36 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Am Ende steht die Gewissheit, dass Garage statt Glanz aus „Share The Joy“ mehr rausgeholt hätte und lässt ein trübes Album zurück.

So direkt wie die Songtitel der New Yorkerinnen Vivian Girls sind auch die Einflüsse des Trios aus Brooklyn. Das fängt beim Sixties-Pop an, geht über das Comeback von Garage-Rock Anfang der Zweitausender, während der psychedelische Shoegaze-Versuch die Jahrzehnte kreuzt. Mit nur kurzem Abstand eroberten die Alben „Vivian Girls“ sowie „Everything Goes Wrong“ vor drei bzw. zwei Jahren so manches Fan-Herz. Wie es nun um Cassie Ramone, Kickball Katy und Fiona Campbell in Form der neuen Scheibe „Share The Joy“ steht, zeigt sich bereits nach kurzer Kontaktaufnahme.

Zwar schleicht sich „The Other Girls“ verheißungsvoll turbulent an die 36 Minuten Spieldauer des Longplayer heran, verliert sich aber relativ schnell in beliebigem Sixties-Pop der allzu substanzlosen Art. In Zeitlupe schälen sich nach und nach mehrstimmiger Gesang, die filigrane und doch einsame Gitarre samt holpriger Schlagzeug-Intervention aus der Frucht, die deutlich mehr verspricht als sie halten kann. Lediglich zum Ende von „The Other Girls“ setzt die erlösende Dissonanz im Gitarrensound zum lärmigen Hoffnungsschimmer an. Der Plan des Trios, deutlich geglättet zu Werke zu gehen und den Songs auf diese Weise mehr Raum zu geben, geht nicht wirklich auf. Bei den Vivian Girls steht und fällt es mit dem Lärmpegel, der sich mit lieblichem Indie-Pop duelliert. Lässt man es zu sanft angehen, fehlt die Reibung, fehlen die Spitzen.

Zumindest präsentieren die Vivian Girls diese hin und wieder, wie der Zwei-Minüter „Lake House“ knackig beweist. An sich ist der Mittelteil ohnehin die stärkste Phase der Platte, denn dieser rastlose Stampfer mit Trommelwirbel und mexikanischer Note namens „Trying To Pretend“ lässt es sich kraftvoll gutgehen. „Sixteen Ways“ hat auch gehörigen Drive, um dann doch wieder , in diesem Fall von „Take It As It Comes“, ausgebremst zu werden. Am Ende steht die Gewissheit, dass Garage statt Glanz aus „Share The Joy“ mehr rausgeholt hätte und lässt ein trübes Album zurück.

Anspieltipps:

  • Dance (If You Wanna)
  • Trying To Pretend
  • Sixteen Ways
  • Take It As It Comes

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