The Kordz - Beauty & The East - Cover
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The Kordz Beauty & The East


  • Label: Saol/H'ART
  • Laufzeit: 64 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Man stelle sich einmal vor, dass man nicht einfach nur Hardrock hört und zum x-ten Mal denkt, dass AC/DC es vor Jahrzehnten besser gemacht haben. Aber was kann man bei Hardrock noch groß anders machen? In einer Zeit, in der es mehr Genres als Bands gibt, die diese Genres spielen könnten, muss nur ein Akkord falsch sitzen und schon ist die Metal-Band nur noch Alternative und aus dem Indie-Künstler wird Mainstream-Pop. Es sind schwierige Zeiten für die westliche Rockgesellschaft. Vielleicht hilft ein wenig Abwechslung aus dem nahen Osten, die noch unbeschwert und (hoffentlich) ohne Stereotypen zu folklorischen Einflüssen greifen. The Kordz laden zu Hard, Rock und viel Orient ein.

Nachdem man das Intro getrost als (unscheinbaren) Einstieg in „Deeper In“ sehen kann, geht es auch gleich los. Bedrohliche Klänge Seitens des Klaviers und vorantreibender Rock, der nach heutigen Standards tatsächlich eher Richtung Alternative als Hardrock klingt. Aber diese ganzen Bezeichnungen sind – wenn man kein Paragraphenreiter ist - meist nicht mehr als Nuancen. Das nahöstliche Flair aus tausend und einer Nacht bleibt hier zwar noch aus, doch schon mit „Nothing Or Everything“ beginnt der große, stereotypische Marathon. Und im Vertrauen: Wenn die Lieder so bewegen, wie es bei besagtem Titel der Fall ist, dann beschwert sich darüber auch niemand. Da wir den Libanesen nicht vorwerfen wollen, dass sie nicht authentisch klingen, muss man vielen westlichen Bands ein Lob aussprechen, wie gut dieser orientalische Stil kopiert wird (in den meisten Fällen).

Besonders Fans von Streichern werden auf ihre Kosten kommen, denn egal ob es um gefühlvolle oder voran preschende Epik geht, die Streichinstrumente sind ganz vorne dabei, wenn es darum geht den Wüstensand aus den Boxen zu klopfen. Viele weitere, typische Instrumente für die heißeren Gefilde kommen zum Einsatz und sind so präsent, dass der Titeltrack ganz ohne Rock eine einzige Vorführung des orientalischen Flairs ist. Ansonsten wird der Folk-Stil aus dem Libanon mit Hardrock-Riffs, Akustik-Balladen und Alternative-Rockern gemischt, die ebenfalls nichts Besonderes sind, betrachtet man sie alleinstehend. Das Gesamtpaket, welches über eine Stunde andauert, wirkt allerdings unglaublich ausgeglichen und lässt keine Längen zu. Alles schon mal mehr oder weniger so gehört – wenn auch mit weniger Wüste.

„Don't You Wait“ ist zum Beispiel eine Erinnerung an den Rock um die Jahrtausendwende herum und es macht erstaunlich viel Spaß mal wieder solche Musik zu hören. Wenn The Kordz auch nicht die einfallsreichste Musik machen, so zündet sie doch und macht Spaß. Kann man mehr wollen? Sicherlich! Wer allerdings dieses Album nach dem ersten Durchgang zur Seite legt und nicht ein einziges Mal in einem der Tracks versunken ist, dem ist Rock-technisch wohl nicht mehr zu helfen. Wirklich im Ohr bleibt zwar kein Lied, da sie einfach zu gleich und im Endeffekt normal klingen, doch sobald der Song den Raum erfüllt, nimmt er ihn auch ein. Eine Qualität, die das gesamte Album über nicht verloren geht und ein Achtungszeichen verdient hat – oder zumindest ein Ausrufezeichen!

Anspieltipps:

  • Deeper In
  • Insomnia Kid
  • Beauty & The East

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