Winds Of Plague - Against The World - Cover
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Winds Of Plague Against The World


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 39 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Gratwanderung zwischen oberflächlich und halbgar.

„1, 2, Fuck you!“ - Diese und ähnliche Bauernweisheiten dürfen sich Fans auf der neuesten Winds Of Plague-Langrille zu Gemüte führen. Aber bitte nur wenn keine Kopfhörer in der Nähe sind oder „Against The World“ ohnehin nicht als Testobjekt für audiophilen Hochgenuß herhalten soll, denn mit der bestenfalls als rudimentär zu bezeichnenden Abmischung hinter der vierten, symphonischen Deathcore-Keule von Johnny Plague (Gesang), Nick Piunno (Gitarre), Nick Eash (Gitarre), Andrew Glover (Bass), Alana Potocnik (Keyboard) und Art Cruz (Schlagzeug) hat sich Produzent und Grammy-Gewinner Matt Hyde (Slayer, Hatebreed, Children Of Bodom) nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Da brechen nur allzu gerne die Höhen aus und vermiesen den eigentlich als brutal gemeinten Schlag in die Fresse.

Doch nicht nur deswegen wirkt die vollmundige Ankündigung „Wir arbeiteten dieses Mal mit Matt Hyde um Winds Of Plague musikalisch und soundtechnisch auf ein neues Level zu hieven“ wie das leere Versprechen eines Politikers, der auf Stimmenfang geht. Die erfolgsverwöhnten Kalifornier (die letzten beiden Alben erreichten jeweils die Top 10 der Billboard Charts) verzichten nämlich abgesehen davon weitestgehend auf einen roten Faden, mischen Stilrichtungen und absolut konträre Songideen miteinander, ziehen hin und wieder besonders dicke Hosen an um breitbeinig einen Breakdown nach dem anderen aus den Ärmeln zu schütteln und bearbeiten ihre unzähligen Spuren mittels Computer kaum songdienlich (Nu Metal-Hackschnitzel und -Dopplungen sind ohnehin von vorgestern) und denken, dass es reicht den Hörer mit diesem Sperrfeuer an sinnentleerter Reizüberflutung begeistern zu können.

Zusätzlich noch ein paar Gastauftritte (z.B. Jamey Jasta von Hatebreed in „Built for war“, Martin Stewart von Terror in „California“ oder Wrestlerlegende James Brian „The Ultimate Warrior“ Hellwig im Spoken Word-Zwischenspiel „The warrior code“) und fertig ist ein hyperaktiv-zappelndes, wild um sich schlagendes Deathcore-Album, das sich nicht entscheiden kann, ob es möglichst cool oder erwachsen klingen will. Eine ähnliche Gratwanderung zwischen oberflächlich und halbgar vollziehen derzeit noch die Workaholics von Emmure (letzte Platte war „Speaker Of The Dead“ vom Februar diesen Jahres) und eben jene (scheinbar) anspruchslose Klientel dürfte „Against The World“ perfekt ansprechen.

Anspieltipps:

  • Monsters
  • Built For War

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