Norther - Circle Regenerated - Cover
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Norther Circle Regenerated


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 44 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Anfänglich als kantige und vielseitige Brut der Children Of Bodom gehandelt, haben sich Norther immer mehr zu einem verlässlichen Melodic Death Metal-Act entwickelt, der womöglich einmal in die Fußstapfen von Dark Tranquillity und Konsorten treten könnte um deren Erbe fortzuführen. Mit „Circle Regenerated“ dürfte dieses Unterfangen nun aber in weite Ferne gerückt sein, ist schließlich Gründer und Sänger Petri Lindroos, der seit jeher für die richtigen Akzente im Klanggefüge gesorgt hat, ausgestiegen und durch Aleksi Sihvonen (Gesang, Ex-Imperanon) ersetzt worden. Der verrichtet in den zehn neun Stücken zwar brav schreiend und growlend seinen Dienst nach Vorschrift, für die Fans dürfte dieser Besetzungswechsel allerdings ein Grund sein um Norther den Rücken zu kehren.

Wer diese Entscheidung alleine aufgrund Lindroos Weggang zu hart findet, der bekommt auf „Circle Regenerated“ genügend Argumente geliefert, die diesen Punkt auch auf anderem Wege zu unterstreichen wissen. An erster Stelle stehen vor allem die überbordenden radiokompatiblen Einflüsse, die inmitten des eigentlich ausgewogenen Härtepegels für Verwässerung und Orientierungslosigkeit sorgen, während darüber hinaus einige Songs zusätzlich an Gleichförmigkeit erkranken und bereits vor der Hälfte zu langweilen beginnen. „Some day“ wäre angesichts der großartigen Melodie (man höre sich nur mal die vom restlichen Song losgelöste, einminütige Sequenz am Ende des Tracks an) nämlich durchaus ein Höhepunkt des sechsten Norther-Longplayers, ein schunkeliger Chorus erstickt derartige Avancen allerdings im Keim.

Die sanftmütige Ballade „Falling“ hingegen ergibt sich voll und ganz ihrer Einfallslosigkeit, die zwar von einem tollen Gitarrensolo im hinteren Drittel wach gerüttelt wird, dieses Schema der äußerst spärlich gesetzen, großen Momente wenden Norther auf „Circle Regenerated“ jedoch einfach viel zu oft ein und wiegen den Hörer nach und nach in einen seligen Schlaf. Der Austritt eines langjährigen, vollwertigen Bandmitglieds ist eine Sache, doch eine zahnlose und unaufgeregte Vorstellung wie diese ist noch um einiges bitterer und dass nicht nur, weil der Promozettel eine „nach Zugabe lechzende Fanbase“ heraufbeschwört. Norther haben begonnen sich ihr eigenes Grab zu schaufeln, soviel steht fest. Ob kurz vor dem Ende doch noch die rettende Leiter herabgelassen wird oder ob die Reise ins Nirwana schon zu weit fortgeschritten ist, wird das nächste Album zeigen.

Anspieltipps:

  • Truth
  • Some Day

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