Scar Symmetry - The Unseen Empire - Cover
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Scar Symmetry The Unseen Empire


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Berührungsängste hatten Scar Symmetry noch nie. Würde es die heimlich abgeschlossene Vereinbarung zwischen Radiopop-Schaffenden und Heavy Metalheads nicht verbieten, die Herrschaften Robert Karlsson (Gesang), Lars Palmqvist (Gesang), Per Nilsson (Gitarre, Keyboard), Jonas Kjellgren (Gitarre, Keyboard), Kenneth Seil (Bass) und Henrik Ohlsson (Schlagzeug) hätten vermutlich schon längst ein Album mit einem Dutzend Gaststars, angefangen bei Britney Spears, Justin Timberlake, über Pink, Justin Bieber und Miley Cyrus, bis hin zu Lady Gaga, aufgenommen um ihre absolut durchgeknallte Progressive Power Melodic Death Pop Metal-Mixtur auf die nächste Stufe zu hieven.

Da derartige Projekte jedoch erst im Jahr 2XXX realisiert werden, müssen wir uns eben mit dem fünften Langeisen der sechs Schweden herumschlagen, das ohne jegliche Popprominenz auskommt. Nach dem äußerst schwachen Vorgänger „Dark Matter Dimensions“ (10/2009), soll dies aber auf keinen Fall für hängende Köpfe sorgen, denn „The Unseen Empire“ ist ein packendes, durchdachtes Feuerwerk geworden, das den Hörer nach allen Regeln der Kunst die Birne zu Mus zerstampft. Zwar wirken einige Klargesangspassagen anfänglich befremdlich und unpassend („Astronomicon“, „Illuminoid dream sequence“), doch Scar Symmetry halten stets ein aufgewecktes Konzept mit unzähligen Details dagegen, dessen vollständige Erschließung einfach höllischen Spaß macht.

Allein wegen der ausgefeilten Symbiose aus tiefen Growls und wärmenden Clean Vocals, die gelegentlich durch irre Screams und einer generell abgedrehten Gesangsperformance bereichert wird, lohnt sich das Eintrittsgeld zum famosen Ritt namens „The Unseen Empire“. Hinzu kommen zwar noch perfekte Melodic Death-Hymnen („The anomaly“, „The draconian arrival“), sowie wuchtig arrangierte und in epischen Maßstäben befindliche Tracks („Seers of the Schaton“, „Extinction Mantra“), diesen Teil des Scar Symmetry-Universums hat der Sechser durch den Wegfall von allzu zuckersüßem Synthesizer-Geklimper (siehe „Pitch Black Progress“ vom April 2006) aber ohnehin schon optimiert. Was dem schwedischen Allzweck-Todesblei letztendlich fehlt, sind wirklich bahnbrechende Ideen, denn diese bleibt „The Unseen Empire“ weitestgehend schuldig. Aufgrund der erfolgreichen Rückkehr zur alten Form wollen wir uns dieses Mal aber nicht weiter beklagen!

Anspieltipps:

  • The Anomaly
  • Astronomicon
  • Seers Of The Schaton
  • The Draconian Arrival

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