Connan Mockasin - Forever Dolphin Love - Cover
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Connan Mockasin Forever Dolphin Love


  • Label: Because Music/ALIVE
  • Laufzeit: 78 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Man stelle sich vor Neutral Milk Hotel und The Mars Volta zeugen zusammen ein Kind und lassen es allein in der Wildnis Neuseelands aufwachsen. So meschugge sich diese Vorstellung anhört, so durchgeknallt ist das Album „Forever Dolphin Love“ auch. Zwar gibt sich der Opener „Megumi The Milkyway Above“ noch recht bescheiden und klingt nur instrumental nach Inselspaß, während die Struktur einem einfachen Pop-Song entspricht. Dass der Gesang mehrstimmig und leicht schräg ist und der Song auch sonst vor psychedelischen Elementen überschäumt, wird einfach getrost ignoriert. Wer jedoch seine Ohren noch nicht so gut trainiert hat oder einfach nur keine Lust auf diese Masse an psychedelischer Insel-Popmusik hat, der sollte jetzt bereits abschalten.

Connan Mockasin hat weder etwas mit Conan noch mit Mokassins zu tun, doch die merkwürdige Mischung ergäbe fast schon wieder Sinn bei all dieser wabernden und vor sich hin schwelgenden Musik. Hier und da ein Hauch Bossa Nova, doch wer so verdauliche Kost wie von Miho Hatori erwartet, der ist auf dem Holzweg. Wenn The Mars Volta mit schwindelerregenden Riffs und vor sich hin gleitenden Störgeräuschen den ganz persönlichen Prog-Brocken ins heimische Wohnzimmer setzen, so tut Connan dies mit egal welchem Instrument. Keine melodisch leichten Pausen, sondern stets auf dem Grat zwischen Lärm und Musik entlangwandern, scheint sich der Musiker zu sagen.

Der zehnminütige Titeltrack lässt all das bisher Gesagte in einem einzigen Lied noch einmal verarbeiten, sodass ein immer noch psychisch gesehen fragwürdiges, aber im Vergleich dazu minimalistisches „Egon Hosford“ oder auch der Abschluss des Studioalbums „Please Turn Me Into The Snat“ wie gewöhnliche Popsongs klingen. Falls man MGMT zu anbiedernd findet, der muss nicht länger suchen, wenn er dafür auf richtige Melodien verzichten kann. Als Bonus gibt es sogar noch jede Menge Live-Aufnahmen, die sehr gute Qualität aufweisen, sodass der Opener sich in der Live-Version beinahe besser produziert anhört.

Soll heißen: weniger psychedelisch über den Hörer hinweg rollt und unendlich viele Fragezeichen hinterlassen dürfte. Gerade die nichtssagenden Stücke, die sich unter der Zweiminutenmarke bewegen klingen eher füllend, sodass man sich nicht selten in einem großen Song verloren fühlt, der selbst nicht weiß, wo vorne und hinten ist. Es bedarf schon einiger Abgedrehtheit, damit sich diese in Ausrufezeichen der Freude verwandeln, denn was Connan Mockasin mit „Forever Dolphin Love“ abliefert ist jenseits von gut und böse.

Anspieltipps:

  • Megumi The Milkyway Above
  • Please Turn Me Into The Snat
  • Forever Dolphin Love

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