Cass McCombs - Wit´s End - Cover
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Cass McCombs Wit´s End


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Außerordentliches Gefühlskino im Mantel eines Singer/Songwriters.

Auf vier Alben kann der amerikanische Singer/Songwriter bisher zurückblicken und sie alle zeigen einen Cass McCombs, der mit aller Intensität sein Erlebtes in die Musik überträgt und dabei den Hörer mitnimmt in eine Welt voller Sehnsucht, Erschütterungen und Hoffnungsschimmer. So war es zuletzt bei „Catacombs“ (2009) und so ist es noch viel deutlicher auf dem fünften Longplayer, „Wit's End“. Zusammen mit Adrian Rechtsbaid ging es für die nahezu zwei Jahre andauernde Produktion durch verschiedene Studios in den USA, was der Floskel, die Heimat sei dort, wo das Herz ist, eine neue Wahrheit verleiht. Denn „Wit's End“ klingt so zuhause, so deutlich gereift wie noch kein Cass McCombs-Album zuvor.

Tief melancholisch schiebt sich der Opener „County Line“ auf eine Soul-Ebene, welche aufgrund der eher im Folk/Country verwurzelten Ausrichtung des Musikers verwundert, aber genau den Hinhörer markiert, der für „Wit's End“ die Sinne schärft. Violett-schwarze Töne durchziehen nicht nur das Artwork, sie prägen den Sound aus dominierendem Piano, entschleunigten Rhythmen, erstaunlich fragmentierter Gitarren und den hingebungsvollen Vocals. In all seiner Dunkelheit, seiner Hoffnungslosigkeit klingt nicht nur „Saturday Song“ wie der Soundtrack der eigenen Beerdigung. Schon allein Titel wie „Memory's Stain“ und „Buried Alive“ verraten eine Sprache, für die man kein Wörterbuch benötigt, allerdings ein großes Herz. Dieses hat Cass McCombs zweifellos und macht aus ihm zudem keine Mördergrube.

Das ist außerordentliches Gefühlskino im Mantel eines Singer/Songwriter, welcher hier als Glücksgriff Tasteninstrumente der Gitarre vorzieht und ohne mit der Wimper zu zucken der bisherige Höhepunkt im Schaffen von Cass McCombs. „A Knock Upon The Door“ beschließt mit seinen zehn Minuten in großartiger Manier den Longplayer, glänzt durch wehmütige Bläser, tröpfelnden Rhythmus und eine Stimmung, gleichermaßen trüb wie berauschend.

Anspieltipps:

  • County Line
  • Saturday Song
  • Memory's Stain
  • A Knock Upon The Door

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