Vs. Rome - The End Is Important In All Things - Cover
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Vs. Rome The End Is Important In All Things


  • Label: Arctic Rodeo Recordings
  • Laufzeit: 35 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Na was ist denn da los? Die deutsche Rocklandschaft sollte bitte einmal kurz die Ohren spitzen, denn mit „The End Is Important In All Things“ gibt es hier das Debüt der rheinisch-westfälischen Formation „vs. Rome“ – und das hat sich durchaus gewaschen. Es reichen wenige Höhrdurchgänge um schnell festzustellen, dass das wirklich richtig vielversprechend ist, was einem da ans Herz gelegt wird. Wo so einige andere Vertreter aus der ersten Reihe des deutschen Indierocks musikalische Zurückhaltung üben und hin und wieder leicht verkopft wirken, haben „vs. Rome“ überhaupt keine Handbremse, die man erst einmal lösen müsste. Im Gegenteil! Hier wird geradeaus nach vorne losgerockt und dabei wenig falsch und viel richtig gemacht, wenn Härte, Riffs, Hooklines und Melodien so beispielhaft eine Einheit ergeben.

Die zehn Songs kommen in einem amtlichen Sound daher, was aber ob der Produktion durch Kurt Ebelhäuser auch nicht verwundert. Der Ebelhäuser Kurt hat sich nicht nur durch die Tätigkeit in seiner Hauptband Blackmail einen Namen gemacht, sondern hat sich ja schon seit längerem als ein fähiger Produzent ausgezeichnet. Hier kann auch nicht geleugnet werden, dass „vs. Rome“ mit ihrem Sound stellenweise an Blackmail erinnern. Eine andere Referenz, die sich einschleicht sind die Ingolstädter Rocker von Slut, was beliebe nicht die schlechtesten Vergleiche sind, denen man sich stellen muss. Doch genug der Vorrede: Nimmt man nun die zehn Titel von „The End Is Important In All Things“ unter die Lupe, so muss man sagen, dass vor allem die ersten Albumhälfte ein dichtes Feuerwerk von gelungenen Titeln ist.

Die Rezeptur der Songs ist zwar nicht neu und somit recht schnell durchschaut, aber das ist völlig egal, denn sie funktioniert einwandfrei. Die Band spielt gerne mit einem Spannungsaufbau, der auch durch Mut zum Weglassen entsteht. So sucht man ausladende Gitarrensoli oder angeberisches Instrumentalgefrickel vergebens. Wie „All Ending“ aus einer Schreiattacke von Benjamin Mirtschin heraus über einnehmende Gitarrenparts in den Refrain mündet, das macht schon Spaß.

Ganz hervorragend kommt auch „Places“ daher, das in den Strophen die spürbare Energie durchscheinen lässt, sie jedoch abermals für den Refrain aufspart. Mit „I’m Thinking: No!“ gibt es sogar eine potenzielle Hitsingle ins Haus. Man muss bis zum achten Titel warten, bis man es erstmals skeptisch wird. „Oxygen“ überspannt den Bogen dann doch ein wenig. Was da in den ersten zwei Minuten passiert, passt mit seinem Pathos nicht so recht ins Bild und wird auch durch den Rest des Songs nicht aufgeholt. Ist aber schnell vergessen, denn vor allem der Schlusssong „You Can See Me Fall“ ist ein Abschiedsgruß, der einen erahnen lässt, dass man hier Zeuge eines Newcomers war, der möglicherweise im deutschen Indiekosmos noch öfter aufhorchen lässt. Sollte man im Auge behalten!

Anspieltipps:

  • The Way I Walk Upon Your Path
  • All Ending
  • I’m Thinking: No!
  • Places
  • You Can See Me Fall

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