Vomitory - Opus Mortis VIII - Cover
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Vomitory Opus Mortis VIII


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 37 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Bei einem Blick auf die derzeit grassierenden Hypes im Popzirkus, kommen Alben wie Vomitorys „Opus Mortis VIII“ gerade Recht, denn nachdem man tatenlos zusehen muss wie fast jeder Künstler mit fetten Beats und Autotune seine Taschen füllt und redundante Resteverwertung betreibt (siehe die letzten akustischen Vergewaltigungen der The Black Eyed Peas, David Guetta, Rihanna, Britney Spears, Kesha - Aufzählung aus Platzgründen unvollständig) oder geistiger Durchfall wie Rebecca Black („Friday“) dank Youtube unnötig Aufmerksamkeit bekommt, wünscht man den genannten Herren und Damen nicht selten insgeheim Pest, Cholera und anschließend Phrasen wie aus „They will burn“ („They will bleed / They will suffer“) an den Hals.

Gut, „Opus Mortis VIII“ ist auch nicht das beste und innovativste Todesbleihackschnitzel, das die Welt je gesehen hat, aber was Erik Rundqvist (Gesang, Bass), Peter Östlund (Gitarre), Urban (Gitarre) und Tobias Gustafsson (Schlagzeug) auf ihrem achten Brutal Death-Massaker anrichten, hat zumindest Herz und Hirn und nach einem absoluten Sahneschnittchen wie „Carnage Euphoria“ (05/2009) war sowieso klar, dass der Nachfolger einen ähnlichen Weg einschlagen wird. Dieser übernimmt nämlich das klar konstruierte Songwriting des Vorgängers und schraubt im gleichen Zug den Blutgehalt mächtig nach oben. Mit anderen Worten: Wem „Carnage Euphoria“ zu stark gedrosselt erschien, der bekommt mit „Opus Mortis VIII“ das Amok laufende Gegenstück dazu.

Schon im Opener wird der Hörer angesichts der zügellos-voranpreschenden Raserei schwindlig gespielt, bis er in die Ecke kotzt („Regorge in the morgue“), „Bloodstained“ prügelt danach genüßlich mit knochenzermalmenden Widerhaken auf ihn ein, in „They will burn“ regiert der schädeltraumafördernde Vomitory-Groove und wenn „The dead awaken“ als anfänglich tonnenschwere Riffwalze über einen gerollt ist um ab der Mitte auf den leblosen Überresten einen Veitstanz aufzuführen, dann ist die Zeit reif für „Hate in a time of war“, einem atmosphärischen Brecher, der es in seiner Nachhaltigkeit mühelos mit dem God Dethroned-Prunkstück „Passiondale“ (04/2009) aufnehmen kann.

Den heißesten Anwärter für den Soundtrack des kommenden Winnie Pooh-Films gibt es dann mit „Torturous ingenious“, der ein dermaßen mörderisches Tempo vorlegt, dass selbst ein honigfressender Bär Lust auf ein saftiges Stück Fleisch bekommt. In „Forever damned“ heißt es dafür wieder in chirurgischer Präzisionsarbeit sämtliches Mobiliar in seine Einzelteile zu zerlegen, „Shrouded in darkness“ bekommt eine dunkel-schleppende Note spendiert, die schon fast schwarzmetallische Züge annimmt und „Combat psychosis“ ist der alljährliche Moshpitanwärter, dem mit „Requiem for the fallen“ ein prächtiges US-Death Metal-Ungetüm gegenüber steht, das mit den Taktwechseln spielt als wären sie süße, kleine Kätzchen, die einem Stoffballen hinterherjagen.

Zusammengefasst ist „Opus Mortis VIII“ ein blutrünstiger Todesbleihammer, wie er kompromissloser und durchschlagender nicht sein könnte. Vomitory vereinen die Brutalität der Anfangstage mit dem wesentlich variableren Songwriting von „Carnage Euphoria“ zu einem infektiösen Gemisch, das sich bislang im Bezug auf das Death Metal-Album des Jahres 2011 nur Obscuras „Omnivium“, welches Anfang April erschienen ist, geschlagen geben muss.

Anspieltipps:

  • They Will Burn
  • Forever Damned
  • Torturous Ingenious
  • Hate In A Time Of War
  • Requiem For The Fallen

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