Emmylou Harris - Hard Bargain - Cover
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Emmylou Harris Hard Bargain


  • Label: Nonesuch/WEA
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Frau Harris weiß, wie man Country-Fans glücklich stimmt, ohne dabei Neues oder besonders Aufregendes abzuliefern.

„Sweet Home Alabama“ mag es manch einem durch den Kopf schießen, wenn die inzwischen 64-jährige Emmylou Harris auch weiterhin auf Tour geht und ihre Country-Musik unter die Leute bringt. Mit schon über zwanzig Alben ist sie mehr als nur eine feste Größe im Geschäft, sondern mehr schon eine lebende Legende. Sie ist die Vorreiterin von Frauen wie Shania Twain und will auch noch im hohen Alter zeigen, dass sie vor der jungen Konkurrenz nicht weichen muss. Dafür soll das prall gefüllte, neue Werk „Hard Bargain“ sorgen, welches mit Country-Songs in all ihrer Einfach- und Schönheit präsentiert.

„The Road“ eröffnet das Album fast wie mit einem Schluckauf, doch ansonsten setzt der Song die richtigen Akzente, um als Eröffnung präsentiert zu werden. Harris setzt nicht auf Minimalismus, wie Neil Diamond es inzwischen tut, sondern spielt mit vielen Instrumenten und Effekten, was eine ähnliche Klangfarbe wie bei Frau Twain hinterlässt. „The Road“ ist somit die klassische Singer/Songwriter-Ballade zu Beginn mit verträumten Gitarren, nur einem Schuss Country und einer Stimme, der man die alte Schule anmerkt (im guten Sinne). Natürlich machen diese Balladen den Großteil des Albums aus und es ist eher die Frage, ob jene Tracks voller Effekte („Home Sweet Home“) oder die ruhigen, introvertierten Nummern („My Name Is Emmett Till“, „Goodnight Old World“) überwiegen.

Mit der Ausnahme von „New Orleans“, welches den einzigen, rockigen Vermerk erhält, bleibt das Album insgesamt den klassischen Singer/Songwriter-Nummern verschrieben. Hier und da ein wenig Spielerei aus dem Studio wie im Titeltrack ergibt sich Großteils einfach gehaltenen Balladen, wie dem Herz erweichenden „Darlin' Kate“ oder der kleinen Hymne „Cross Yourself“ zum Abschluss. Echte Gitarrenarbeit wie im Country beseelten „Six White Cadillacs“ sucht man vergebens und der reine Country ist auch nur in der Stimme Emmylous zu hören. Es fehlen Lieder, die einem noch die ganze Heimfahrt im Kopf bleiben oder einem wie aus dem Nichts in den Kopf springen. Ansonsten kann man diesem Album nicht allzu viel vorwerfen. Frau Harris weiß noch immer, wie man den gemeinen Country-Fan glücklich stimmt, ohne dabei Neues oder besonders Aufregendes abzuliefern. Dafür gibt es gute alte Hausmannskost und wir wissen schließlich alle, dass es zu Hause immer noch am besten schmeckt.

Anspieltipps:

  • The Road
  • Darlin' Kate
  • New Orleans

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