Raphael Saadiq - Stone Rollin´ - Cover
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Raphael Saadiq Stone Rollin´


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Alles anschnallen bitte! Willkommen auf der Zeitreise zurück in die gute alte Motown-Zeit, also die 50er bis 70er Jahre, die Raphael Saadiq einfach nicht vergessen kann. Auch mittels der altmodischen Mikrofontechnik taucht der Hörer sehr tief in die damalige Zeit ein und wundert sich wie gekonnt Mister Saadiq diese musikalische Zeit in Songs verpackt, die er definitiv heute komponiert hat. Kaum zu glauben, wenn man Tracks wie „Radio“ hört, der Chuck Berry wiederauferstehen lässt oder das Duett mit der japanisch-schwedischen Sängerin Yukimi Nagano namens „Just don't“, welches gekonnt durch einige moderne Elemente ergänzt wird und trotzdem nicht aus der Reihe tanzt.

Saadiq gelingt der Spagat, seine musikalischen Helden wie Stevie Wonder oder Sly Stone der Motown-Ära wiederzubeleben ohne sie zu berauben. Das fast schon rockige „Over you“ oder das stampfende „Heart Attack“ wird vom schleppenden „Good Man“ flankiert und das macht den Reiz aus: Man weiß nie, was Saadiq als nächstes ausgräbt.

Extrem tanzbar und mit der Liebe zum modernen wie alten Detail präsentiert Saadiq zwar keine herausragende gesangliche Leistung, doch der Mut, auch beim vierten Soloalbum seinem unnachahmlichen Retro-Stil treu zu bleiben, ist bewundernswert. Auch wenn nicht alle Songs überzeugen, da sie teilweise etwas monoton oder zu wenig eigenständig klingen, gelingt ihm augenscheinlich das Kunststück, der Vorreiter des Neo-Soul zu bleiben.

Früher hat Raphael Saadiq für andere Künstler, unter anderem Joss Stone, John Legend oder eben Stevie Wonder, komponiert und produziert, mittlerweile hat er so viel Spaß am eigenen musikalischen Glück und den dazugehörigen Live-Auftritten, dass er das zurückgeschraubt hat. Wann immer er es will, geht er in sein zweites Zuhause, ein großer Studiokomplex in Los Angeles und nimmt uns in eine andere Zeit mit.

Anspieltipps:

  • Go to Hell
  • Over You
  • Heart Attack
  • Just Don't (featuring Yukimi Nagano)

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