Nick Howard - When The Lights Go Up - Cover
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Nick Howard When The Lights Go Up


  • Label: Ferryhouse/WEA
  • Laufzeit: 41 Minuten
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2.5/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Alben, die sich am unteren Ende der Bewertungsskala wiederfinden, müssen nicht immer durchweg schlechte Musik enthalten. Manchmal reicht es schon aus, wenn die gebotenen Songs einfach in einer dermaßen langweiligen, gewöhnlichen und blutleeren Manier dargeboten werden, dass man am liebsten die Lautsprecher kaputt treten möchte. Vieles, was im Mainstreamradio gespielt wird, fällt unter diese Kategorie. Man denke nur mal an Bands wie Lifehouse, Scouting For Girls oder Sunrise Avenue. Auch „When The Lights Go Up“, das zweite Album des britischen Singer/Songwriters Nick Howard kann sich zu diesen Nichtigkeiten zählen. Allerdings hat Howard nichts mit den üblichen Assoziationen des genannten Genres am Hut. Viel mehr gibt es auf diesem Album lediglich sich tausendfach selbst kopierenden Radiopop zu hören, der auf Albumlänge so dermaßen gleichgeschaltet klingt, dass es fast unmöglich scheint, einen Song vom anderen zu unterscheiden.

Nick Howards Songs setzen auf genretypische Instrumente wie Akustikgitarre, Klavier, auch mal zahme E-Gitarre („Grow“, „Days Like These“), dem Standardsatz Rhythmusinstrumente und Streicher. Dicke Schichten von Plastikstreichern („Give It A Try“, „Let You Down“), die Gefühl vermitteln sollen, aber genau dieses im Keim ersticken. Alle Instrumente werden durch den großen Bombastwolf gedreht, welcher am anderen Ende einen großen Brei ausspuckt, der immer wieder gleich fad schmeckt. „When The Lights Go Up“ ist voll von billigen, aufbauschenden Studiotricks, man möchte sagen überproduziert und weichgespült. Jedem Song wird das gleiche Gewand übergestülpt, welches ihn einfach nur klingen lässt wie jeden anderen beliebigen Popsong auch. Bei manchen Songs wird dabei auf etwas mehr Akustikgitarre („Tonight“, „Breakout”) gesetzt und manchmal steht eben das Klavier im Vordergrund („Give It A Try“). „Looking For Life“, der wohl beste Song des Albums, hält sich angenehm zurück, kann aber trotzdem nicht viel mehr Gefühl aufkommen lassen.

Wie eingangs angesprochen, ist die Musik Howards im Kern eigentlich nicht einfach nur schlecht. Es gibt ein paar catchige Melodien und zum Teil Songs im annehmbaren Radiopopformat („When The Lights Go Up“, „Falling For You“), die vereinzelt hörbar sind. Allerdings wäre „When The Lights Go Up“ auch mit weniger Bombast und mehr Gefühl keine großartige und vielleicht nicht mal durschnittliche Platte geworden. Dafür sind Howards Kompositionen und Songstrukturen auf Albumlänge einfach viel zu generisch, die Refrains beliebig und schnell vergessen. Hinzu kommt, dass die Lyrics einem nicht mal ein Schulterzucken abringen können („We don’t need nobody else / I got you and you got me / so let’s just keep this for ourselves“) Im Pressetext heißt es: „Überhaupt ist die Intimität seiner Gitarre Howards Erfolgsrezept.“ Die Akustik-Gitarre sei neben dem Piano das einzige Instrument, das man alleine spielen könne, ohne viel Brimborium und Bühnenzauber, sagt Howard selbst. Doch auf „When The Lights Go Up“ gibt es keine Intimität. Und wenn Howard der Meinung ist, man bräuche für seine Musik nicht viel „Brimborium“, warum erschlägt er dann fast jeden seiner Songs mit der Bombastkeule?

Anspieltipps:

  • When The Lights Go Up
  • Falling For You
  • Looking For Life

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