Krypteria - All Beauty Must Die - Cover
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Krypteria All Beauty Must Die


  • Label: Liberatio Music
  • Laufzeit: 65 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem Krypteria mit ihrer Benefizsingle „Liberatio“ 2005 in Deutschland, Österreich und der Schweiz bis in die vordersten Ränge hochgeklettert sind, wuchs zugleich das Interesse an den Longplayern der Aachener Chris Siemons (Gitarre), Frank Stumvoll (Bass) und Michael Kuschnerus (Schlagzeug), die nach mehreren Umbesetzungen mit der Sängerin Ji-In Cho, welche koreanische Wurzeln besitzt, ein exotisches Aushängeschild gefunden hatten. „In Medias Res“ (07/2005) und „Bloodangel´s Cry“ (01/2007) wurden moderate Erfolge, sodass On Fire Records (Labelpartner von Roadrunner Records, im Vertrieb von Warner Music) auf die deutschen Symphonic Metaller aufmerksam wurden. „My Fatal Kiss“ (08/2009) war jedoch nicht nur inhaltlich ein Desaster, sondern auch auf kommerzieller Basis schmierte das Album komplett ab, sodass für „All Beauty Must Die“ erst einmal ein eigenes Label namens Liberatio Music gegründet werden musste.

Die damit verbundene Entscheidungsfreiheit dürfte zusätzlich dazu geführt haben, dass die neue Scheibe des Vierers das Symphonic Metal-Geflecht wesentlich härter anpackt als noch auf den Vorgängern. Ein krachendes Eröffnungsspektakel wie „Messiah“ wäre auf „My Fatal Kiss“ ohnehin völlig fehl am Platz gewesen, denn in punkto Ideenreichtum schlägt der Track sämtliche Kompositionen des 2009er Werkes um Längen und dabei zählt die Nummer nicht einmal zu den Höhepunkten der aktuellen Platte. Diese finden sich in den wuchtigen Knallern „As I slowly bleed“ und „Eyes of a stranger“ oder der elfminütigen Achterbahnfahrt „The eye collector“, das eine Mischung aus Hörspiel, Musical und Klassik anbietet, selbst wenn der zweiminütige Exkurs zu Beethovens „Mondscheinsonate“ überflüssig lang ausfällt.

Apropos Exkurs: In „Fly away with me“ darf das unter „Air“ bekannte Stück der Suite Nr. 3 von Johann Sebastian Bach als melodische Hilfestellung herhalten und in „Victoria“ versuchen sich Krypteria wie in „Liberatio“ mal wieder an einem lateinischen Text („Victoria, imperium, concordia in aeternum / Victoria et gaudium in saecula saeculorum“). Das war es dann aber auch schon wieder mit den Geistesblitzen und der Rest des Albums bewegt sich zwischen seichtem Balladenkitsch („(How can something so good) Hurt so bad“) und hektischem („Thanks for nothing“) oder vorhersehbarem Symphonic Metal, der abgesehen vom härteren Klangbild auch vom Vorgänger stammen könnte („Turn the world around“, „You killed me“, „Higher“, „Live to fight another day“).

Bombast-Fetischisten werden an „All Beauty Must Die“ trotzdem nicht vorbei kommen, denn dafür sind die auf Knopfdruck abrufbaren Chöre und das gelegentlich unterstützende Plastikorchester einfach zu appetitlich angerichtet um der Versuchung zu wiederstehen. Ansonsten haben Krypteria mit ihrem neuesten Wurf kaum bis wenig Innovation oder außergewöhnliche Kompositionen zu bieten und haben sich lediglich von einer austauschbaren Female Fronted-Truppe zu einer Female Fronted-Truppe, die kaum Platz zwischen Lieben oder Hassen lässt, gemausert.

Anspieltipps:

  • The Eye Collector
  • As I Slowly Bleed
  • Eyes Of A Stranger

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