Enik - I Sold My Moon Boots To A Girl From Greece - Cover
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Enik I Sold My Moon Boots To A Girl From Greece


  • Label: 3010 Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Den Preis für das mit Abstand hässlichste Plattencover gewinnt der Münchener Songwriter Enik mit Sicherheit, denn der übergewichtige nackte alte Mann mit einem Lolly auf seiner CD stört sicher das ästhetische Empfinden vieler Menschen. Aber das berührt den 30-Jährigen kaum, weil seine Musik zeitweise genauso unangepasst und unkonventionell daherkommt. Enik alias Dominik Schäfer hat schon eine CD veröffentlicht, die aber nicht besonders bekannt wurde. Erst seine Tourbegleitung von Thomas D. von den Die Fantastischen Vier öffnete ihm die Türen zur großen Musikwelt außerhalb Münchens.

Er komponierte später sogar zwei Songs für das Album „Für Dich immer noch Fanta Sie“ und trug somit etwas zum Platin-Erfolg der Fanta Vier bei. Auf seinem jüngst gegründeten eigenen Label erscheint nun das erste richtige Album von Enik, welches ihn bekannter machen soll. Enik spielt dabei fast alle Instrumente selbst ein und zeichnet auch für die Produktion allein verantwortlich. Seine Bandbreite reicht von Elektro-Rock, Pop-Punk und Singer/Songwriter-Pop, ein wahrhaftes weites musikalisches Feld also. Als erstes fällt bei Enik seine Stimme auf: Zeitweise sehr sanft und emotional, etwas rotzig und schräg und auch ab und an nervig präsentiert der Münchener nichts alltägliches, sondern eher eine Gratwanderung zwischen leicht daneben und sehr talentiert.

Die vierzehn Songs beinhalten neben seltsamen Balladen mit ungewohnt konventionellen Klängen, z.B. „Get me laid in san francisco“ oder „People are bad“ auch rockige unangepasste Tracks wie „Anti Anti“ oder „The Monkey Wheel“, die mit ihrem frischen Indie-Rock-Touch und seinem unnachahmlichen Gesangsstil originell daherkommen. Das von The Curegeborgte „Close to me“ unterstreicht die Punk-Attitüde des Musiker Enik: Sich selbst und die Musik nicht so ernst nehmen, scheint das Motto dieser sehr gehetzten Version zu sein. Doch die anderen Songs unterstreichen eher das Gegenteil und die Ambitionen des Künstlers Enik, der durchaus den Spagat zwischen unkonventionellem und musikalisch seriösem guten Material zu schaffen scheint.

Wen die Stimme zunächst abschreckt, sollte sich doch die Zeit nehmen, die Tracks gezielt anzuhören, so schlecht klingt das nicht! Das Talent ist vorhanden und auch wenn nicht alle Tracks mit überdurchschnittlicher Qualität überzeugen, bleibt das doch ein Album, das neugierig auf mehr Musik aus dem Hause Enik macht.

Anspieltipps:

  • Anti Anti Anti
  • The Place my songs came from
  • How to trash expensive cars I
  • Get me laid in san francisco

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