The Airborne Toxic Event - All At Once - Cover
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The Airborne Toxic Event All At Once


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum, das im Sommer 2008 in den USA und ein Jahr später in Deutschland veröffentlicht wurde, katapultierte sich die kalifornische Rockband The Airborne Toxic Event mit einem Schlag in den Blickpunkt der alternativen Rockszene. Das Quintett spielte diverse große Festivals und hielt sich mit ihrem Album für sieben Monate in den amerikanischen Billboard Charts. Dass die Top 100 dabei knapp verfehlt wurden, ist umso erstaunlicher.

Ausgestattet mit einem Majorvertrag durfte man das Indie-Kennzeichen bei der Schubladisierung der Band von Anfang an weglassen, auch wenn die Musik der fünf Kalifornier trotz eines Top-40-Titels in Großbritannien („Sometime around midnight“) kaum hitparadentauglich ist. So dachte man zumindest bisher! Denn hört man sich die „All At Once“-Songs an, könnte man glauben, die CD einer anderen Band im Player zu haben, so gnadenlos eingängig sind die Tracks geworden.

Der Aufschrei in Indie-Land wird gewaltig sein: The Airborne Toxic Event wandeln auf den Spuren von Razorlight, The Killers und U2! Denn obwohl die Texte noch düsterer und persönlicher als auf dem Vorgänger sind, schlägt das musikalische Pendel in die „Next Big Thing“-Richtung aus. Dabei stellt sich nicht die Frage, ob „All At Once“ nun besser oder schlechter als das Debütwerk ist. Die Platte ist einfach anders und auf diese Weise ebenso stimmig und gut.

Unter der Anleitung von Produzent Dave Sardy (u.a. Hole, Band Of Horses, Jet, Oasis) haben The Airborne Toxic Event einen kleinen Monolithen in das Jahr 2011 gepflanzt, an dem sich die Szene messen lassen muss. Ummantelt von der „All“-Song-Trilogie „All at once“, „All for a woman“ und „All I ever wanted“ ist dabei ein Album entstanden, das sich vom ersten Moment an mit dem hymnischen Titeltrack in das Ohr des Hörers schmeichelt und sich dort nachhaltig einnistet.

Neben der ersten, durchaus radiotauglichen Single („Numb“) gibt es eindringliche Balladen („All for a woman“), mitreißende Folkrocksongs („It doesn’t mean a thing”), Stadionhymnen („Half of something else“) und Akustiktracks („The graveyard near the house“). Höhepunkt ist jedoch das Song-Doppel „The kids are ready to die / Welcome to your wedding day” im Mittelteil. Darin wird eine bedrohliche Atmosphäre in Wort und Ton aufgebaut, die sich immer mehr steigert und in einem furiosen Finale entlädt.

Mit ihrem Zweitwerk haben die Amerikaner den nächsten Karriereschritt bewältigt, der sie auf künstlerischer und kommerzieller Ebene weiter nach vorne bringt. Sie liefern ein Werk ab, das eine gewisse Indie-Attitüde bewahrt und trotzdem das Potenzial mit sich bringt, einen Massenmarkt zu bedienen.

Anspieltipps:

  • All at once
  • All for a woman
  • All I ever wanted
  • The kids are ready to die
  • Welcome to your wedding day

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