K.D. Lang - Sing It Loud - Cover
Große Ansicht

K.D. Lang Sing It Loud


  • Label: Nonesuch/WEA
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

K.D. Lang wird von ganz Amerika gefeiert und wir Deutschen kratzen uns abermals nur den Kopf. Wenn sich Lieder der Kanadierin irgendwie in die deutschen Charts verlaufen, dann muss das am allmächtigen Zufall liegen, denn fest steht, dass man durch die Innenstädte unserer Republik wandeln kann und nur wenige finden wird, die mit dem Namen K.D. Lang etwas anfangen werden können. Da nur ein geringer Prozentsatz an Leuten auch den amerikanischen Musikpreis “Juno” kennt, hilft wohl auch nicht zu erwähnen, dass die gute Frau mit den meist kurzen Haaren ganze acht davon eingeheimst hat. Vielleicht der Grammy? Den hat sie zumindest schon vier Mal ergattern können und wird nebenbei von der amerikanischen Presse als eine der „wenigen Sängerinnen” genannt, die „solche Perfektion in der Stimmführung” besitzen (New York Times).

Aber auch von unserer Seite soll das Lob nicht zu knapp, aber auch nicht unbegründet ausfallen. Deswegen machen wir uns gleich an die Musik dieser Frau, die im Country und Pop ihre Heimat weiß und sich da hörbar wohlfühlt. Langsam, romantisch, fast ein wenig sehr auf die 60er und 70er Jahre bedacht, entführt uns K.D. Lang gleich mit der Eröffnungsballade „I Confess” in eine Soundwelt voller Klang, in der ausklingenden Gitarren stets dafür Sorgen, dass lang gezogene Töne Stille verhindern und die Lieder in Bewegung halten. K.D. Langs Stimme tut ihr Übriges dazu und stellt auch die sonst so hoch gelobte Aimee Mann in den Schatten. Das ist gerade bei der nicht wirklich subjektiven Liebe des behandelnden Rezensenten in Bezug auf Aimee Mann ein klares Lob.

An Emotionalität lässt die gute Frau, die inzwischen schon über 20 Jahre im Geschäft ist, auch nicht zu wünschen übrig. Lieder wie „The Water's Edge” ist ein akustisches Denkmal für gute Country-Balladen. Auch im anschließenden „Perfect Word” ist der Refrain ein Glücksgefühl für die Ohren, dass man sich wieder und wieder und wieder antun möchte. K.D. Lang bietet Urlaub für die Ohren an und wenn einem die Nase gerade nach Pop/Country steht, dann handelt es sich bei „Sing It Loud” definitiv um All-Inclusive-Urlaub. Nach einer Weile wird einigen vielleicht zu kuschelig nach der Hälfte des Albums, da K.D. Lang einen Teufel tut und das Tempo nicht erhöht, sondern stattdessen eine Ballade nach der nächsten raushaut. Liebhaber ihrer Musik werden sich schwer tun, wenn man um eine Top Drei auf diesem Album bittet. K.D. Lang findet stets wieder einen Weg auf leicht verändertem Weg für ganz große Gefühle zu sorgen.

Ob Feuerzeuge raus bei „Heaven” oder gemütliche Zweisamkeit zu Liedern wie „Habit Of Mind”. K.D. Lang bietet Unterhaltung der Extraklasse, wenn es dem Hörer gerade nach Ruhe und Geborgenheit dürstet. Zusammen mit ihrer neu gegründeten Band Siss Boom Bang schafft sie es eine Dreiviertelstunde durchgehend herzerwärmende Musik zu machen. Besonders der Schlusspunkt „Sorrow Nevermore” wird seinem Titel gerecht und ist eine optimistische Nummer, die sich mit den ganz großen Feel-Good-Nummern unserer Zeit messen möchte. Ein oder zwei Titel hören sich auf Dauer vielleicht doch verdächtig gleich an, was bei dieser Qualität allerdings lediglich zu verschmerzbaren Abzügen in den B-Note führt. Der Großteil dieser Kritik ist schlicht und ergreifend ein großes Dankeschön an Künstler wie K.D. Lang, die auch nach über zwei Dekaden die Hörer noch mit so schöner Musik beschenken.

Anspieltipps:

  • Sorrow Nevermore
  • The Water's Edge
  • I Confess

Neue Kritiken im Genre „Songwriter-Pop“
Diskutiere über „K.D. Lang“
comments powered by Disqus