Steve Earle - I´ll Never Get Out Of This World Alive - Cover
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Steve Earle I´ll Never Get Out Of This World Alive


  • Label: New West Records
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „I’ll Never Get Out Of This World Alive“ ist Steve Earle ein schönes Americana-Album gelungen, das Klischees gekonnt umschifft.

Mit „I’ll Never Get Out Of This World Alive“ legt Americana-Ikone Steve Earle (56) nach 3½ Jahren das erste eigene Songmaterial seit dem Album „Washington Square Serenade“ (09/2007) vor. Eine lange Zeit, um neues Songmaterial reifen zu lassen und sich vom zuletzt erschienenen „Townes“ (2009), das „nur“ Coverversionen des verstorbenen Townes Van Zandt enthielt, inspirieren zu lassen. Denn obwohl beide Werke mit Grammys ausgezeichnet wurden, war der ganz große Biss (auch politisch) in Steve Earles Musik nicht mehr spürbar.

Es ist also wieder an der Zeit anzugreifen. Und in solchen Fällen holt man sich ganz besondere Produzenten ins Haus, wie etwa einen Rick Rubin oder T Bone Burnett (John Mellencamp, Jakob Dylan, Elvis Costello, Emmylou Harris), der sich den elf Songs auf „I’ll Never Get Out Of This World Alive“ angenommen hat.

Der Einstieg geht mit „Waitin’ on the sky“ fröhlich schunkelnd und temporeich über die Bühne. Auch das folgende „Little emperor“, in dem George Bush Jr. mal wieder einen abbekommt, tänzelt leichtfüßig durch Country- und Blues-Gefilde und gibt so langsam die Richtung für das vorliegende Album vor. „I’ll Never Get Out Of This World Alive“ will weder mit der Politkeule um sich schlagen noch durch aggressives Songwriting auf sich aufmerksam machen oder simpel gute Laune verbreiten.

Ausgewogenheit lautet die Devise. Und so mischt Earle düstere Momente („Meet me in the alleyway”) mit deutlich von Irish-Folk-Einflüssen geprägten Stimmungsmachern („The gulf of Mexico”) und ergreifenden Liebesliedern („Every part of me“). Er präsentiert eindringliche Balladen („Lonely are the free“, „Heaven or hell“) und schwerfällig vor sich hin stampfende Titel, die Kopf und Herz berühren („God is god“, „I am a wanderer“).

Mit „I’ll Never Get Out Of This World Alive“ ist Steve Earle ein schönes Americana-Album gelungen, das Klischees gekonnt umschifft, fremde Einflüsse zulässt und einfach entspannter klingt als seine Vorgänger.

Anspieltipps:

  • God is god
  • Every part of me
  • The gulf of Mexico
  • Lonely are the free

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