Haight Ashbury - Here In The Golden Rays - Cover
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Haight Ashbury Here In The Golden Rays


  • Label: Lime Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 58 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Benannt nach einem Stadtteil in San Francisco mit großer Bedeutung für die Hippie-Bewegung in den 60'er Jahren debütiert das Gespann Haight Ashbury nun, nachdem es seit der Gründung vor vier Jahren bereits das Lob von The Waterboys und den Vaselines auf sich zog, welche die Band aus Glasgow jeweils mit auf Tour nahmen. Haight Ashbury spielen definitiv einen eigenen, markanten Sound, der auf „Here In The Golden Rays“ wunderbar die Schnittmenge aus Folk, Stoner-Rock, Shoegaze und traumhaft mehrstimmigem Gesang trifft. Einflüsse gäbe es genug zu nennen, doch das Trio lenkt das Augenmerk gekonnt auf eine direkt magische Ebene, die von der scheinbar unberechenbaren Entwicklung in den melodieverliebten Songs lebt.

Die UK-Single „Freeman Town“ wurde im letzten Jahr von der BBC den Hörern auf der britischen Insel näher gebracht und entfaltet als Opener auf dem Album ebenso seine Wirkung. Im Wechsel zwischen antreibendem Wüsten-Rock, bei dem die Gitarre nach vorne drückt, und psychedelischen Breaks, die fernöstlich vom Einsatz der Sitar begünstigt in sich ruhen, erkennt man die Intensität, welche während der gut sechzig Minuten auf dem Longplayer wohlsortiert ausgearbeitet ihre Fortsetzung findet. Auf der einen Seite verzerrt wabernd, verhallt die Weite im Noise-Pop suchend, auf der anderen Seite mit lieblicher Folk-Romantik gesegnet, sind es diese zwei Koordinaten, die so unterschiedlich sie auch sein mögen, hier ihre schlüssige Bestimmung finden.

Vor allem der zumindest noch in der ersten Albumhälfte unberechenbare Songaufbau und das akzentuierte Spiel der Sitar gestalten die Reise mit Haight Ashbury spannend. Ob ein weihnachtlich anmutender Gospel wie „Sympathetic Strings“ oder das sich lärmend steigernde „Alphalpha“: Speziell und doch eingängig tönt das Trio, ohne die Abnutzungserscheinungen mit zunehmender Spieldauer verhindern zu könne. Manches verliert das Ziel aus den Augen, wenn es sich psychedelisch taumelnd gemütlich macht. Konzentrierter und um einige Minuten gestrafft hätte „Here In The Golden Rays“ sicher noch eine größere Wirkung nach sich gezogen. So bleibt es immerhin bei einem erfrischenden Zwischenhoch.

Anspieltipps:

  • Freeman Town
  • Sympathetic Strings
  • Alphalpha
  • Favourite Song

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