The Wombats - Wombats Proudly Present... This Modern Glitch - Cover
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The Wombats Wombats Proudly Present... This Modern Glitch


  • Label: Rykodisc/WEA
  • Laufzeit: 41 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„This Modern Glitch“ ist zwar dunkler als der Erstling, doch ein perfekter Sound macht das Ganze wett.

Beeindruckende 40 Wochen hielt sich das 2007'er Debütalbum „The Wombats Proudly Present A Guide To Love, Loss And Desperation“ in den UK-Charts, fuhr Platin ein und brachte zahllose tanzbare Indie-Hits hervor. Einer davon, nämlich „Let's Dance To Joy Division“, gewann den NME Award als Best Dancefloor Filler. So waren The Wombats aus Liverpool in aller Munde, entfachten mit ihrem euphorisch überschäumenden Sound ein Feuer, welches das Trio achtzehn Monate auf ihrer Welttournee begleitete, um den Höhepunkt beim Heimspiel vor 10.000 Fans in der Liverpool Arena zu erleben. Danach sollte Ruhe einkehren, Zeit für das Schreiben von neuen Songs und nur wenige ausgewählte Konzerte sein. Alles andere als Entspannung trat jedoch ein: Dramatische Unfälle, bei denen sie ein Schutzengel vor Schlimmerem bewahrte, zogen sich wie verhext durch Monate des Zauderns und Zögerns.

Kein Wunder, dass die ersten Song-Skizzen nach diesen Ereignissen textlich hoffnungsloser denn je waren und musikalisch ungewohnt schwermütig für eine Band, die davor mit scheinbarer Leichtigkeit Hit an Hit voller Uptempo-Fröhlichkeit reihte. Die Plattenfirma reagierte mit Stirnrunzeln und wohl auch für The Wombats selbst waren die Songideen eher unterschwellige Verarbeitung der Geschehnisse als ein gewollter Schritt. Für das neue Album „This Modern Glitch“ ist es nur gut, dass sich die Liverpooler wieder fanden. Denn euphorisch sind sie immer noch, hit-sicher sowieso und der vermehrte Einsatz des Keyboards an der Stelle der Lead-Gitarre steigert die Dringlichkeit herrlich.

Bespickt mit der Produktion durch Jacknife Lee (U2, R.E.M.) und Rich Costey (Muse) sowie einem Gastauftritt des Gitarristen Dave Navarro (Red Hot Chili Peppers) glänzt „This Modern Glitch“ zwar dunkler als der Erstling, doch ein perfekter Sound macht das Ganze wett. All das wäre selbstredend nur wenig wert, wenn die Songs nicht präzise auf den Punkt kämen. Bereits in der starken Anfangsphase mit dem basslastig drängelnden „Tokyo (Vampires & Wolves)“ samt überschwänglicher Synthesizer und dem packenden Groove von „Jump Into The Fog“, wo Chorgesänge direkt in das Herz geleitet werden, äußern sich The Wombats selbstbewusst gestärkt. „Last Night I Dreamt...“ mixt raumgebende Melancholie mit süßlich tropischen Gitarren, während „Walking Disasters“ inklusive der Zeile „She used to get her kicks from the four-to-floor“ maßgeblich beschreibend funktioniert. Genau das macht The Wombats aus, auf diesem Zweitwerk mit erfrischend dunkleren Momenten versehen und textlich vereinnahmend.

Anspieltipps:

  • Tokyo (Vampires & Wolves)
  • Jump Into The Fog
  • Last Night I Dreamt...
  • Walking Disasters

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