Mick Harvey - Sketches From The Book Of The Dead - Cover
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Mick Harvey Sketches From The Book Of The Dead


  • Label: Mute/AIP
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mick Harveys mit Abstand persönlichstes Soloalbum.

Mick Harvey, der langjährige und elementare Mitstreiter von Nick Cave bei den Bad Seeds, Mitglied der legendären Birthday Party, Soundtrack-Komponist und an sich überaus vielfältige Kollaborateur, veröffentlicht sein mit Abstand persönlichstes Soloalbum. „Sketches From The Book Of The Dead“ war seit 2007 in der Mache, orientierte sich seit jeher am Andenken an verstorbene Freunde, wurde jedoch noch thematisch schwerwiegender, als zwei Jahre später weitere Vertraute starben, darunter Rowland S. Howard, mit dem Mick Harvey bei Birthday Party spielte und für den er darüber hinaus als Live-Musiker und Produzent tätig war.

So wurde es für den Australier immer mehr zu einem notwendigen Bedürfnis, dieses Album zu vervollständigen, es als Tribut an all die verstorbenen Freunde und Kollegen zu manifestieren. Direkt nach der Vollendung seiner Mitarbeit am letzten PJ Harvey-Album „Let England Shake“ ging es weiter mit diesem Plan. Sein Ansatz war, Dinge, die oft unausgesprochen bleiben, all die Bilder aus der Vergangenheit festzuhalten, als schwermütiges Werk voller Trauer. Dunkle Piano-Pfade werden beschritten, das Spiel der Akustikgitarre von getragen bis trotzig peitschend inszeniert, Percussions kaum hörbar eingestreut. Mick Harveys Stimme ist der zentrale Anker auf einer betörend düsteren Platte, die beim abschließenden „Famous Last Words” auch mal lässig rockt und so den geglückten Verarbeitungsansatz des Longplayers musikalisch befreiend äußert.

Was in den vorangegangenen Songs geschieht, entsagt sich dem Weltlichen, befindet sich quasi in einem Schwebezustand von Leben und Tod. Der Hörer ist unmittelbar Teilnehmer dieser todtraurigen wie sanftmütig einbettenden Ode an das Leiden, ohne es mit dem Pathos zu übertreiben. Das gelingt allein schon aufgrund der musikalischen Brillanz von Stücken wie dem traumwandlerischen „The Ballad Of Jay Givens“, dem Piano-Blues „Two Paintings“ und der eingängigen Dunkel Pop-Dramatik von „The Bells Never Rang“, so bodenständig wie nach den Sternen greifend. Die Großartigkeit von Nick Cave & The Bad Seeds hat Mick Harvey verinnerlicht, um auch ohne deren Gemeinschaft zu Großem fähig zu sein. „Sketches From The Book Of The Dead“ beweist es.

Anspieltipps:

  • October Boy
  • The Ballad Of Jay Givens
  • The Bells Never Rang
  • Famous Last Words

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