Young The Giant - Young The Giant - Cover
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Young The Giant Young The Giant


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 50 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Young The Giant“ ist ein Album, das an einen sonnigen Strand gehört, passend zu seinem Entstehungsort.

Wer den im Vorfeld zum Debütalbum der Band Young The Giant veröffentlichten Song „My Body“ gehört und vor allen Dingen in einem Livevideo performt gesehen hat, könnte meinen, diese fünf Kalifornier könnten die richtige Musik für die nächste Gartenparty liefern. Mit viel Elan und Druck vorgetragen, mit einer sich einhämmernden Hook gesegnet, hüpfenden Schlagzeug und schimmernden, vage und nie zu hart ausformulierten Gitarrenriffs setzt sich der Song im Ohr fest. Doch „Young The Giant” ist anders: Vielmehr schließen sich die zwölf Songs dem ebenfalls vorab veröffentlichten „Apartment“ an: Sie sind gesetzter, ruhiger und gelassener.

„Young The Giant“ ist ein Album, das an einen sonnigen Strand gehört, passend zu seinem Entstehungsort. „When we first started doing this seriously and living together, Newport was just like eternal summer for us. We did draw from a lot of that“, erklärt Sänger Sameer Gadhia den Sound der Band. Eric Cannatas und Jacob Tilleys Gitarren erinnern manchmal an eine glattere und poppigere Version von The Strokes („Apartment“) und sind durchweg in einem starken Reverb getaucht, der klanglich an U2 denken lässt („12 Fingers“, „Your Side“).

Was am Anfang noch nach abgeklärter, lässiger Sommermusik für den nächsten Besuch der Küste klingt („I Got“, „Strings“, usw.), nutzt sich auf den 50 Minuten leider schnell ab und endet schließlich im gefühlt immer gleichen Song. Diese sollen offensichtlich catchy sein und sind zugegebenerweise sehr leicht zugänglich, aber Gadhia entwirft nur selten erinnerungswürdige Melodien. Ein hervorstechender Powersong wie „My Body“ geht da leicht unter. Zudem hat gerade dieses Stück mit der zum sonstigen Songwriting passenden, schwammigen Produktion zu kämpfen, die zum Beispiel dem Schlagzeug jeglichen Wind aus den Segeln nimmt.

Hinzu kommt, dass der Song hier gezwungen locker gespielt wirkt. Eine ordentliche Prise mehr Pfeffer hätte dem Lied und eigentlich dem ganzen Album nicht geschadet. Young The Giants Mängel an Persönlichkeit, guten Melodien und Abwechslung ziehen die wesentlich wohligen Klänge und sich teilweise smart und subtil entwickelnden Songs sehr herunter. „St. Walker“ sticht zum Ende mit seiner zirpenden Gitarre noch einmal hervor, dann verläuft sich „Young The Giant“ im Sand.

Anspieltipps:

  • My Body
  • I Got
  • Strings
  • St. Walker

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