Nervecell - Psychogenocide - Cover
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Nervecell Psychogenocide


  • Label: Lifeforce Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Beispiele für orientalisch angehauchten Metal gibt es mittlerweile einige, doch ein dermaßen brutales Heimspiel wie bei Nervecell ist schon eher eine Seltenheit. Als unbarmherzige Todesmaschine, die am besten zwischen Florida Death der Marke Deicide und technischem Facettenreichtum a la Nile einzugliedern ist, prügelten James Khazaal (Gesang, Bass), Rami Mustafa (Gitarre), Barney Ribeiro (Gitarre) und Louis Rando (Schlagzeug) jedoch nicht nur ihren Landsleuten aus Dubai die Innereien aus dem Leib, sondern auch europäische Metalheads durften sich auf Festivals wie dem Wacken Open Air, With Full Force, Rock Am Ring oder Metalcamp bereits von den selten zimperlichen Attacken des Vierers überzeugen.

Nach der ersten Langrille „Preaching Venom“ (12/2008) heißt es nun erneut ordentlich eins auf die Fresse zu geben, denn so beschaulich und folklastig wie im eröffnenden Instrumental „Anemic assurgency“ geht es auf „Psychogenocide“ sonst nicht zu. Da beherrschen eindeutig dichte Doublebasssperrfeuer, dezent progressive Strukturen und zähnefletschende Riffgeschosse das Geschehen und werden einem wahlweise in groovender („All eyes on them“, „Nation´s plague“), schneller („Amok doctrine“, „Imprint“) oder ultraschneller Geschwindigkeit („Upon an epidemic scheme“, „Driven by nescience“) um die Ohren geballert.

Da bleibt nicht viel Zeit zum Luft holen und leider ist das auch das größte Manko an „Psychogenocide“, denn so sicher wie Gründer Ribeiro ein knochenbrechendes Riff aus seiner Axt feuert, so schnell wird die Todesblei-Schnitzeljagd im Nahen Osten zum Selbstläufer und wirkliche Aha-Momente bleiben auf der Strecke. Gerade einmal „Shunq“, welches arabische und englische Lyrics aufweist und sich aus diesem Grund Karl Sanders (Nile) zur Unterstützung als Gastgrunzer ins Studio geholt hat, und das neben „Anemic assurgency“ zweite Instrumental „The taste of betrayal“ weichen von den durchaus anspruchsvollen, aber unterm Strich recht spannungsarm daherkommenden Pfaden ab und spielen den Exotenbonus aus. Für eine kurzweilige Nackenmassage reicht´s jedenfalls allemal.

Anspieltipps:

  • Psychogenocide
  • Driven By Nescience
  • Shunq (To The Despaired King Of Darkness)

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