Silverstein - Rescue - Cover
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Silverstein Rescue


  • Label: Hopeless Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Emotionaler Hardcore ist trotz seiner schlechten Reputation nach wie vor ein wahrer Segen. Die nach Beachtung lechzenden Zutaten aus Geschrei, Gejammer und selten innovativer Instrumentierung eignen sich einfach hervorragend um den Alltag hinter sich zu lassen und mit einer Emocore-Platte im CD-Player entweder alle Sorgen aus sich heraus zu brüllen oder in der Ecke kauernd diese still und heimlich zu analysieren. Ob es sich dabei um Atreyu, Story Of The Year, Funeral For A Friend, 36 Crazyfists oder eben Silverstein handelt, die Wirkung ist immer dieselbe: Irgendwie fühlt man sich nach der Emocore-Therapie besser.

Für Shane Told (Gesang, Gitarre, Keyboard), Neil Boshart (Gitarre), Josh Bradford (Gitarre), Billy Hamilton (Bass) und Paul Koehler (Schlagzeug, Perkussion) lautet die Devise für einen neuen Longplayer seit geraumer Zeit daher gleich: Den Kick des Genres aufrecht zu erhalten. Mit „Rescue“ gelingt das den fünf Kanadiern wiederum ausgezeichnet, wer die Alben „Arrivals And Departures“ (07/2007) oder „A Shipwreck In The Sand“ (04/2009) sein eigen nennt, wird also nicht drum herum kommen, sich auch das sukzessive Werk in den Schrank zu stellen, selbst wenn man nicht genau weiß wieso, schließlich ist „Rescue“ nur der lauwarme Aufguß eines komplexen Geflechts aus Emotionen und Stimmungen, verpackt in stilgerechte 3-Minutensongs.

Richtig aggressiv gehen die Jungs nur selten an die Sache ran („Intervention“), sehnsuchtsvolle, im Kopf bleibende Melodien bilden eine kleine Minderheit („Forget your heart“, „Burning hearts“), Hardcore-Attacken ertönen meist unter dem Deckmantel der Abwechslung um nicht ausschließlich in Monotonie schwelgendes Liedgut anzubieten („Sacrifice“, „Live to kill“, „The artist“) und einige druckvoll ausgearbeitete Parts stehen in keiner Relation zum vorangegangenen schwachbrüstigen und durch und durch vorhersehbaren Rest. „Rescue“ ist also erneut Silverstein „at their best“. Ein zarter Hauch von Nichts, der sich bestens in Szene zu setzen und gegen seine Unzulänglichkeiten zu kämpfen weiß, aber absolut nichts Neues oder Aufregendes bietet.

Anspieltipps:

  • Sacrifice
  • Intervention
  • Forget Your Heart

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