Thom Hell - This Is Thom Hell - Cover
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Thom Hell This Is Thom Hell


  • Label: Ruby Works/CARGO
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist kein Künstlername, der einem da entgegen scheint. Thom Hell heißt wirklich so (oder so ähnlich, nämlich Helland) und Hell bedeutet in seinem Heimatland nichts Anderes als hell oder wolkenfrei. Ein ganz harmloser Mann also und nichts mit Höllenqualen oder sonstigem Firlefanz. Thom Hell will seinen in Norwegen bereits sehr erfolgreichen Stil aus Pop und Singer-Songwriter nun auch bei uns durchsetzen und setzt dabei auf alles, was die Singer/Songwriter-Schublade hergibt. Einsame Pianos, Streicher, viel BritPop-Atmosphäre und eine sanfte Stimme. Meine Damen und Herren, dies ist Thom Hell.

Mit „One Step Up“ hätte man sich diese pompöse Vorstellung beinahe sparen können, da Hell weiß, wie er sich vorzustellen hat. Gefühlt nur vom Piano begleitet schafft der Mann eine Ohrwurmhymne, die sich schnell in den Gehörgang gräbt und mit vorantreibender Melodie für erste Erscheinungen von breitem Grinsen führt. Danach kommt dann direkt eine Pop-Nummer, die mit virtuos anmutenden Streicherpassagen beinahe vergessen lässt, dass es sich bei Thom Hell „nur“ um einen Pop-Musiker handelt. „Darling“ ist intim und umwerfend zugleich. In einem Moment heftig, im anderen zerbrechlich. Ganz großes Kino, doch auch der beschwingte Pop-Fan soll befriedigt werden.

Der erste Versuch dafür geht mit „Over You“ ordentlich daneben, doch nach dem schönen Auftakt, soll das vergeben sein. Besonders weil das 0815-Stück durch das anschließende „Try“ ganz schnell vergessen gemacht wird. Einfacher, schneller Rhythmus und ein brillanter Mitsing-Chorus: Fertig ist ein überzeugender Track für das Radio. Hartnäckig arbeitet Hell jedoch daran seinen Bonus zu verspielen, wenn „Don't Let Go“ abermals mit viel zu viel Kitsch-Icing überzogen daherkommt. Auch dieses Lied rettet sich dank einem nicht zu verachtenden Refrain. Schwerer hat es da die Ballade „Don't Leave Me Heather“. Sieben Minuten sind für die eigentlich schöne Nummer am Ende doch zu viel. „Right Here Now“ macht es mit einer Minute weniger gleich besser, aber auf eine der Nummern hätte man getrost verzichten können.

Das Album „This Is Thom Hell“ sollte man jedoch nicht an diesen Stücken messen, sondern an den gekonnten Singer/Songwriter-Momenten, die ähnlich James Blunt (das Debüt!) den richtigen Tick Mainstream-Pop finden. „Leave“, Tired“ oder „Lonely“ sind allesamt so simple Songs, wie die Titel es vermuten lassen. Allein die ganz großen Melodien wollen sich nicht finden lassen, doch dafür hegen diese Lieder so gut wie kein Nerv-Potenzial. Diese Stücke kann man immer wieder hören, wenn einem nach sanftem Pop ist und das ist eine Gabe, die nicht zu unterschätzen ist. Dazu dann noch eine knappe Hand voll ambitionierter Nummern wie „Why Do I Feel“ oder „My Heart Is Longing For A Soul“ und fertig ist ein richtig schönes Singer/Songwriter-Album. Thom Hell ist eine echte Alternative zum immer gleichen Misch-Masch aus dem Radio, ohne sich zu sehr davon abzuheben.

Anspieltipps:

  • Why Do I Feel
  • One Step Up
  • Try

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