Castle - In Witch Order - Cover
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Castle In Witch Order


  • Label: Van Records/SOULFOOD
  • Laufzeit: 44 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Nimmt man das Cover als Maßstab, man könnte glauben Castle sei eine Black Metal Band. Die Schriftart des Bandlogos und auch das sepiafarbene Motiv des Covers legen die Vermutung nah. Doch weit gefehlt, das US-amerikanische Trio aus San Francisco spielt Stoner-Rock/Metal mit deutlichen Reminiszenzen an Okkultrockbands der 70er Jahre wie Blood Ceremony.

Produziert wundert das Debüt der Band ganz in der Tradition von amerikanischen Garagen Rock. Daher verwundert es auch nicht, das beim Opener „Decent of man“ Schlagzeug und Bass ganz schon drauflos holzen, dennoch verwaschen im Hintergrund wabern. Die Stimme Elizabeth Blackwells dominiert den Song zu 100 Prozent, dabei brilliert ihre rauhe an Siouxsie Banshee erinnernde Stimme. Gerade der Gesang ist es, der die CD zumindest teilweise interessant macht. Zwar ist Elizabeth Blackwell stimmlich relativ begrenzt, doch bei Titeln wie „Lost Queen“, „Spellbinder“ und „Slaves Of The Pharao“ zeigt sie neben dem dreckigen auch eine saubere, angenehm zu hörende Seite ihres Organs. Bei letzterem Titel ist allerdings auch noch der leider zu selten vorkommende Duettgesang mit einem Mitmusiker hervorzuheben, der ein interessantes Klangbild ergibt.

Insgesamt ist allerdings die betont unsaubere Produktion das eigentliche Ärgernis. Wollte man hier etwa auch eine Reminiszenz an die Produktionsgegebenheiten der 70er Jahre darstellen ? Als ideales Beispiel hierfür muss „Knife In The Temple“ angegeben werden. Das Schlagzeug dröhnt penetrant seinen simplen Rhythmus in die Gehörgänge und prügelt den Rest komplett in den Hintergrund. Sieht man sich das ganze kompositorisch an, so bleibt auch nicht viel positives zu sagen. Zu gleichförmig schlängeln sich die einzelnen Tracks durch den Silberling. Die durchweg recht kurzen Songs haben eine kurze Melodie, die dann bis zum Schluss ohne größere Überraschung durchgezogen werden. Kommt es einmal zu einem Rhythmuswechsel so merkt man es kaum.

Bedenkt man die lyrischen Väter des Bandgedanken wie Charles Baudelaire und William Blake, hätte eine große Scheibe aus „In Witch Order“ werden können, so bleibt aber aufgrund der genannten Mängel ein gerade noch mittelmäßiges Album.

Anspieltipps:

  • Spellbinder
  • Sleeping Giant

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