Nick Carter - I´m Taking Off - Cover
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Nick Carter I´m Taking Off


  • Label: Glor Music Production/WEA
  • Laufzeit: 46 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Manchmal muss man den Kollegen der PR-Agenturen wirklich dankbar sein. Auf die absurde Idee zu kommen, dass Nick Carters neue Musik ein „Candlelight Diner ebenso gut begleiten könnte“ ist so weit an dem vorbei, was man sich unter einem romantischen Essen nur vorstellt. Beats für den Dancefloor sind hier en masse vorzufinden, aber mit Kerzenschein und Liebe wie im Kino hat „I'm Taking Off“ wenig zu tun. Der Backstreet Boy auf Solo-Pfaden bahnt sich seinen Weg in die Clubnächte, in denen jedes romantische Wort zu noch so lieblosen Synthie-Klängen eine Liebeserklärung à la Shakespeare ist. Zurück zur PR-Agentur. „Viele Köche verderben den Brei“ heißt es oft so schön und genau dieses Problem habe Carter trotz zahlreicher Produzenten umschifft. Schön, dass dieses Problem gleich angesprochen wird, entschärft kann es seitens dieser Kritik allerdings nicht werden. Dafür gibt es mehrere Gründe.

„Burning Up“ heißt der erste Schritt von einem hohen Ross abwärts. Nick Carter schafft mit diesem Opener genau das was er wollte und schubst sich damit selbst dorthin wo man eigentlich gar nicht sein möchte. Carter versinkt mit einer Uptempo-Dance-Pop-Nummer unter all den anderen modernen Pop-Künstlern wie Lady Gaga und wie sie alle heißen. Gerade genannte Dame hat mit ihrem Debüt bewiesen, dass einfacher Pop nicht immer von minderer Qualität sein muss, doch auch sie selbst versinkt in dem Synthie-Brei der Moderne und schafft es kaum noch herauszustechen. Nick Carter hingegen versucht es gar nicht erst zu probieren. Gast-HipHop, die immer gleichen Sounds ohne Tempowechsel und auch ein paar schmusigere Nummern (z.B. „Special“ oder „So Far Away“). Wiedererkennungswert gleich Null und so plätschert „I'm Taking Off“ vor sich hin und scheint geradezu darauf bedacht, bloß keine Fußspuren in der Musiklandschaft zu hinterlassen. Kein Skandaltitel, keine verrückte Aufmachung, anstatt dessen ein paar Erinnerungen an die Zeit als Pop-Musiker der 90er in weniger elektronischen Nummern wie „Just One Kiss“.

Was wollte Carter mit diesem Album erreichen? Will er wirklich für den Ladenschluss in Clubs stehen? Wofür sonst eignet sich sein Dance-Pop sonst noch? Für das Radio fehlen die großen Melodien und die Hooklines. Für die Clubs fehlt den meisten Tracks die Kraft und auch das Standing des Musikers in der Szene ist nicht nur hilfreich. „I'm Taking Off“ macht den Eindruck als wolle es auf Partys in die Bresche springen, wenn die A-Liste tot gehört wurde. Ohne einen einzigen Aufsehen erregenden Hit schleicht Nick Carter durch die Charts und kann dank Fanbase vielleicht auf ordentliche Platzierungen und Rotations hoffen. Die Musik selber hängt dem Markt jedoch um Jahre hinterher und weiß weder durch Qualität, noch durch Innovation zu überzeugen. So richtig dazu tanzen kann man nicht, so richtig singen kann man es nicht und man wird die vorwurfsvollen Gedanken nicht los, was dieses Album überhaupt richtig gemacht hat.

Anspieltipps:

  • Burning Up
  • Special
  • Coma

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