Arctic Monkeys - Suck It And See - Cover
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Arctic Monkeys Suck It And See


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Songs auf dem vierten Album der Arctic Monkeys sind nicht so spontan wie früher, da weniger improvisiert wurde.

Schon mit „Humbug“ (2009) waren die Arctic Monkeys meilenweit entfernt von ihrem Debütalbum. Josh Homme (Queens Of The Stone Age) verhalf ihnen zu einem angestaubteren, weniger punkigen Sound, die Band schrieb weitaus weniger eingängige Songs. „Suck It And See“ führt die Band nun wieder zu simpleren Songabläufen, ist aber noch gelassener und langsamer als sein Vorgänger. Die erste Single „Don't Sit Down 'Cause I've Moved Your Chair” des vierten Albums der Affen lockt nun mit seinen ungewöhnlich schweren, tief gestimmten Drone-Gitarren noch auf die falsche Fährte. Auch der Garage-Rock von „Brick By Brick“ wurde vorab im Web veröffentlicht und konnte im direkten Vergleich schon ziemlich verwirren.

Die beiden Songs sind letztendlich keineswegs repräsentativ für „Suck It And See”, das sich überwiegend an dem warmen Dur-Akkorden der Single „Cornerstone“ orientiert. „Suck It And See“ ist noch eine Spur entspannter als „Humbug“. Allgemein ist das Album nicht so sperrig wie das letzte Album des Quartetts, so begegnen dem Hörer wieder gängigere Strophe-/Refrain-Formate bei geradlinigen Melodien. Das Album versprüht „sommerliches Pop-Feeling” und orientiert sich vage am Pop-Sound der 60er Jahre. Dennoch behält es sich immer diese mysteriöse, psychedelische Aura vor, die die Songs niemals wirklich fröhlich oder überschwänglich werden lässt. Alex Turner singt jetzt ein paar Töne tiefer. Häufig klingt er fast schon gelangweilt oder weggetreten, was hin und wieder auch schon mal übertrieben wirken kann.

Die Songs auf dem vierten Album der Arctic Monkeys sind nicht so spontan wie früher, da weniger improvisiert wurde: „Dieses Mal haben wir sehr viel mehr darüber nachgedacht, was der jeweilige Song bezüglich seiner musikalischen Komponenten benötigte und wie man ihn am besten umsetzt.“ Dies hört man auch, insbesondere im Vergleich zu den stürmischen, ungestümen Alben „Whatever People Say I Am, That´s What I´m Not “ und „Favourite Worst Nightmare“. Besonders auffällig ist Jamie Cooks Gitarre, die in den Songs immer dann mit besonderen Effekten oder kleinen Solos ertönt, wenn der Song zu sehr an Spannung zu verlieren droht („Brick By Brick“, „All My Own Stunts“). Auch sind manchmal mehrstimmige Harmoniegesänge zu hören („Black Treacle“, „Suck It And See”) sowie coole Refrainmelodien („All My Own Stunts“, „That's Where You're Wrong“).

„Suck It And See“ ist ein Album, das man super am Stück durchhören kann, ohne dass dem Hörer allzu viele Steine oder Besonderheiten in den Weg gelegt werden. Es fließt einfach so dahin, weniges sticht hervor. Und genau darin liegt das Problem: Denn auch wenn die Lieder durchweg gut rüber kommen, fehlt doch zuweilen das gewisse Etwas. Manchmal wirkt die Gelassenheit auch etwas übertrieben („Piledriver Waltz“, „Love Is A Laserquest“), doch zum Glück gibt es da „Don't Sit Down 'Cause I've Moved Your Chair“ oder „Library Pictures“, die aus der Lethargie reißen. Somit ist „Suck It And See“ letztendlich ein Album, das zwar überrascht und einen alten Sound belebt, aber vielleicht etwas mehr Würze hätte vertragen können.

Anspieltipps:

  • Black Treacle
  • Don't Sit Down 'Cause I've Moved Your Chair
  • Library Pictures
  • All My Own Stunts
  • That's Where You're Wrong

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