Heather Nova - 300 Days At Sea - Cover
Große Ansicht

Heather Nova 300 Days At Sea


  • Label: Ministry Of Sound/WEA
  • Laufzeit: 55 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Heather Nova hat ihr Talent für schöne Harmoniefolgen und ohrenschmeichelnde Melodien auch nach 20 Jahren nicht eingebüßt.

2½ Jahre nach ihrem letzten Album „The Jasmine Flower“ (10/2008) meldet sich Heather Nova (43) mit ihrem achten Studioalbum „300 Days At Sea” zurück, das sich als eine Art Konzeptalbum herausstellt. Denn die Texte sind von Geschichten und Erinnerungen geprägt, insbesondere aus Heathers Kindheitstagen, die sie zusammen mit ihrer Familie abwechselnd auf einem Segelboot und einer kleinen Bermuda-Insel verbrachte. Der daraus resultierende Drang nach Freiheit und Ferne, die Liebe zur Natur und die Verbundenheit mit ihrer Familie sind die Grundstoffe für „300 Days At Sea”.

Wie von Heather Nova gewohnt, variierte die Songschreiberin ihren Stil auch für dieses Album wieder dezent in eine andere Richtung. Nach dem „The Jasmine Flower“ fast als reines Akustikalbum durchgegangen ist, wählt „300 Days At Sea” einen merklich kraft- und druckvollerer Sound, allerdings ohne das vertraute entspannende Feeling in den Kompositionen zu vernachlässigen.

So scheppert die E-Gitarre heuer ab und zu recht kernig aus den Boxen („Do something that scares you”, „I’d rather be”) und die Drumbeats agieren zupackender („Beautiful ride“, „Stop the fire“), was der Abwechslung förderlich ist. Denn das Hauptaugenmerk in den Songs der 43-Jährigen liegt auch weiterhin in sehnsuchtsvollen Klängen („Until the race is run”), die auf eine ausladende Instrumentierung verzichten können und auch damit gut fahren („Everything changes“). Hier liegt auch die Stärke im Songwriting der bermudischen Sängerin, die besonders in den ruhigeren Momenten des Albums eine berührende Symbiose aus ihrer Stimme und der Musik herstellt.

Heather Nova hat ihr Talent für schöne Harmoniefolgen und ohrenschmeichelnde Melodien auch nach 20 Jahren nicht eingebüßt(„Turn the compass round“). „300 Days At Sea” kann zwar den einen oder anderen mittelmäßigen Songs nicht verbergen („Save a little piece of tomorow”) und beim Limited Edition Bonus Track „Precious thing” bedient sie sich stellenweise etwas zu offensichtlich an den Harmonien von U2s Klassiker „One”, doch damit können Heather-Nova-Fans locker leben. Auf kommerzieller Ebene wird es dagegen schwer, die Erfolge der 90er Jahre zu wiederholen. Aber dies dürfte die Künstlerin nicht wirklich tangieren, die mit „The Jasmine Flower“ Majorvertrag erfüllte und nun wieder auf alten Indie-Spuren wandelt.

Anspieltipps:

  • Stay
  • I’d rather be
  • Until the race is run
  • The good ship „Moon“
  • Turn the compass round

Neue Kritiken im Genre „Folk-Pop“
7/10

Pleasure
  • 2017    
Diskutiere über „Heather Nova“
comments powered by Disqus