Lotto King Karl - Was Ist Eigentlich Mit Frank? - Cover
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Lotto King Karl Was Ist Eigentlich Mit Frank?


  • Label: Rodeostar/Sony Music
  • Laufzeit: 68 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Was ist eigentlich mit Frank?” legt Lotto King Karl ein musikalisch und inhaltlich ausgereiftes Werk vor, mit dem sich die Fans im Handstreich einnehmen lassen werden.

Dass sich die 1995 von Gerrit Heesemann ins Leben gerufene Figur des „Lotto King Karl“ einmal zu einem überregional erfolgreichen Act mausern würde, war nicht unbedingt absehbar. Schließlich waren Karl König und seine Hamburger Jungs (die „Barmbeck Dream Boys“) ursprünglich eher ein lokales Phänomen und Kulturgut mit Liedern über Fußball (HSV), Bier (Holsten) und Frauen. Auch heute, 15 Jahre nach dem Debütalbum „Weiß' Bescheid?!“ (1996) hat sich an den Thematiken nicht viel verändert, mit dem Unterschied, dass Lotto King Karl den Nerv der Menschen fast im gesamten Bundesgebiet trifft. Andere Bands aus der norddeutschen Metropole wie Maggers United oder die Hamburger Jungz tun sich da wesentlich schwerer.

Das 14. Album „Was ist eigentlich mit Frank?” enthält 15 neue Bestandsaufnahmen zu den üblichen (aber lieb gewonnenen) Lotto-King-Karl-Themen – und mehr! So ist z.B. der Titeltrack ein augenzwinkernder Seitenhieb in Richtung einer jugendlich-hippen Generation mit ebenso hippen Namen wie Kevin, Doreen, Jimmy Blue, Cindy, Beverly, Joy, Michelle, Maurice und Luca. Klar, dass sich Lotto da fragen muss, wo all die Karls, Kais, Heinz’, Jörgs und Franks geblieben sind.

Der Song „Zu alt, um jung zu sterben“ stammt aus der Feder von Lottos langjährigem musikalischen Parter Carsten Pape. Er stellt einen Rückblick auf 16 Jahre im Leben von Lotto King Karl und den Barmbeck Dream Boys dar, der entsprechend sentimental und hymnisch (es ist sogar ein Dudelsack zu hören!) daherkommt. Mit „Biersexuell“ (geschrieben zusammen mit Frank Ramond) liefert Lotto eine mit viel Wortwitz gestaltete Liebeserklärung an sein Lieblinsgetränk ab, während „Der Typ aus der Fast-Ersten-Reihe“ in Form eines locker-flockigen Swing einen typischen Loser-Typen, der von allen nur ausgenutzt wird, beleuchtet.

Gibt Lotto in „Die Kassiererin von Kasse 8“ wieder einmal herbe Männerromantik zum Besten, bei der die Angebetete selbst von einem Brechanfall nicht verschont bleibt (die schöne Melodie entschuldigt diesen kleinen Fauxpas allerdings...), ist „Du bist ohne Worte“ eine ernst gemeinte und absolut wundervolle Liebeserklärung in Balladenform. Genau andersherum geht es in „Nie wieder“ zur Sache. Hier thematisiert Lotto traurig das Ende einer Beziehung und zieht daraus neues Selbstbewusstsein.

Als Partysongs taugen das groovende „Die geilsten Typen der Welt“ sowie die Hommage an Wolfgang Petry im gefürchteten Mallorca/Bierzelt-Stil („Ich will Wolle“) und das Thema Fußball wird in „0:3“ als heftig nach vorne rockender Titel mit Reminiszenzen an The Who (!), „Zvijezda Bosne (jetzt ist Abpfiff)“ als Ode an den ehemaligen HSV-Spieler Sergej Barbarez sowie in „Hamburg, meine Perle“ als Bonus Track behandelt.

Mit „Was ist eigentlich mit Frank?” legt Lotto King Karl ein musikalisch und inhaltlich ausgereiftes Werk vor, mit dem sich die Fans im Handstreich einnehmen lassen werden. Das Album hat alles, was der Hörer von einer Lotto-Platte erwarten darf. Und das auf einem Niveau, dass nicht nur die Lotto-Fans stolz auf ihren Barmbecker Jung’ sein dürfen!

Anspieltipps:

  • Nie wieder
  • Biersexuell
  • Du bist ohne Worte
  • Zu alt, um jung zu sterben
  • Die Kassiererin von Kasse 8
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