Daily Bread - Well, You´re Not Invited - Cover
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Daily Bread Well, You´re Not Invited


  • Label: Excelsior Records
  • Laufzeit: 34 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Sexy Garage Dance nennt das niederländische Trio seine Musik, die in der Heimat schon längst mehr als nur ein Geheimtipp ist. Wer sich ein wenig mit der New-Yorker-Szene der letzten Jahre auskennt, der weiß, dass Dance und Garage-Rock sich längst nicht mehr im Weg stehen. Viel eher erlaubt der Garage-Teil eine Annäherung an den breiten Markt, ohne gleich anbiedernd oder Mainstream zu wirken. Was würden sonst die Hipster sagen? Die dürften sich allerdings kaum beschweren, da Daily Bread den Stil-Mix beherrschen, wie nicht viele andere Bands.

Nach wenigen Sekunden sind die Weichen gestellt und Uptempo-Beats, frecher Bass und der noch frechere Gesang Kimberlys, sowie viele elektronische Klänge aus der Philicorda sorgen für ein frisches Rockfeeling, wie man es zuletzt vielleicht beim Debüt der Arctic Monkeys hatte. Wer vermisst bei solch einem Versprechen noch die Gitarren? Die ersten drei Stücke des Albums machen sich gnadenlos Konkurrenz und überzeugen alle auf ganzer Linie. Selbst „About Birds And Bees“, welches doch als etwas verquertes Liebeslied anmutet, schafft es nicht auf die tanzbaren Elemente zu verzichten und das ist auch gut so, da die Stärke der Band ganz klar in kurzen, prägnanten Stücken für die Tanzfläche liegt.

Der Star des Albums ist neben Kimberlys Stimme ganz klar der Bass, welcher so geschickt Gitarren vergessen macht, dass es schon Angst einflößend ist. Man darf abgesehen von „About Birds And Bees“ jeden Song wählen und wird immer wieder überrascht sein, wie gut das Rockprinzip ohne Gitarre funktioniert. Wer Abwechslung sucht, der ist hier falsch, denn Daily Bread wollen nichts Anderes, als uns eine halbe Stunde lang mit Hochgeschwindigkeitsrock für zappelige Füße zu bieten und das tun sie mit Bravour. Verzichten kann man allein auf das gewollt, aber nicht wirklich gekonnt psychedelische, langsame „Lost“ und das nicht einmal einminütige „En France“.

Ansonsten ist Daily Bread ganz großes Unterhaltungskino in Audioformat und lässt nicht allzu viele Wünsche übrig, wenn man so genannten Sexy Garage Dance sucht. Das Besondere an diesem Album ist, dass sich keines der Lieder wirklich vom vorigen abheben kann. Normalerweise ist so ein Ausspruch kein Qualitätsmerkmal, doch im Fall von Daily Bread ist es eine Garantie dafür, dass auch der nächste Track so gut zündet, wie der vorige. Wer erst einmal von der Tanzwut dieses Albums gepackt wurde, der wird es schwer haben abzuschalten, wenn nicht gerade „Lost“ zum Durchatmen einlädt.

Anspieltipps:

  • Put Your Shoes On The Dancefloor
  • Ghost Suits
  • So Good So Far

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