Sir Simon - Goodnight, Dear Mind - Cover
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Sir Simon Goodnight, Dear Mind


  • Label: Strange Ways/INDIGO
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Sein Satz „Ich will eigentlich immer nur aufnehmen“ bringt es auf den Punkt: Simon Frontzek aka Sir Simon ist ein Musik-Besessener. Dementsprechend hat er sein Leben eingerichtet, von seiner Haus- zur Studiotür sind es drei Minuten Wegzeit und das 200qm Studio an der Berliner Oberbaumbrücke ist nahe am Wasser gebaut. Desgleichen ein Teil seiner Songs, die schon mal zu Tränen rühren können. Kein Geheul, sondern stille Tränen des melancholischen Glücks, das in der Nacht leuchtet wie die Lampen des Coverartworks von „Goodnight, Dear Mind...“.

Es ist das so genannte schwierige zweite Album, das Sir Simon zu einem Nachtstück geformt hat, denn in den dunklen Stunden werkelt Sir Simon an seinen Songs, trinkt Kaffee und sagt gute Nacht liebes Bewusstsein. Seine Selbstgespräche setzen sich aus Gesagtem und Begegnungen im Alltag zusammen und werden so langsam zu Songs. Lieder, die einen eigenen, langen Weg gehen, der über Weilheim bis nach Portland führt.

Sir Simons erstes Album war eine kleine Sensation. Ein bebrillter junger Mann, der einem Oberstufen-Gymnasiasten gleicht, klampft auf der akustischen und singt zu Herzen gehende Songs, die man derart authentisch nur aus den USA zu kennen glaubt. So einzigartig wie eigenbrötlerisch ertönte „Battle“ mit Melodie, Melancholie und Leichtigkeit. Die Zutaten auf „Goodnight, Dear Mind...“ sind die gleichen geblieben, der Umgang damit ein anderer. Es ist elektrischer und dunkler geworden. Bass, Schlagzeug, Trompete, Violine und E-Gitarren gesellen sich zu Simons Stimme und Akustischer. Produziert und abgemischt von ihm gemeinsam mit Tobias Siebert. Dem Schmalfilm „Battle“ folgt „Goodnight, Dear Mind...“ in Cinemascope mit simplen, um so wirkungsvolleren Arrangements.

Thematisch werden Gratulationen und Festtage („Congratulations“, „Birthday, Christmas, New Year“), Abschiede („Goodbye“), Lärm („Comfort Noise“) und das Schreiben („Something To Write About Home“) angerissen, Nachtgedanken im Singsang des Sir Simon, der weiß wie man Songs schreibt, sie intoniert und in Szene setzt; Songs die nachwirken und als kleine Geschichten in der Erinnerung bleiben wie das orangefarbene Leuchten der Lampen unter denen man sitzt, dem melancholischen Glück ein Stück näher. Sir Simon sei Dank für zehn Kleinode in Cinemascope!

Anspieltipps:

  • Congratulations
  • Comfort Noise
  • Right Place Wrong Time
  • Something To Write Home About

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