Highway Child - Highway Child - Cover
Große Ansicht

Highway Child Highway Child


  • Label: Voices Music & Entertainement
  • Laufzeit: 34 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Damals, als der Rock noch unzertrennlich mit dem Blues verknüpft war, als er mit jedem Atemzug gefühlt werden konnte, das waren Zeiten in denen man eine Band wie Highway Child ansiedeln würde. Sie spielen den Bluesrock so authentisch, man könnte glatt vergessen, dass wir bereits das Jahr 2011 schreiben. Wahrscheinlich hat jemand die Dänen in den letzten Dekaden in einer Tiefkühlkammer mit flüssigem Stickstoff aufbewahrt (Kryonik). Vor vier Jahren sind sie endgültig aufgetaut und setzen seitdem konsequent ihre Ideen um, so dass nun bereits das dritte Album vorliegt. Allerdings hat dieser ominöse jemand vergessen die Musiker zu informieren, dass Alben heutzutage meist mehr als 30 bis 40 Minuten Musik bieten, denn mit lediglich knapp 34 Minuten ist das selbstbetitelte Album sehr kurz geraten.

Die Jungs aus Kopenhagen nehmen die Dinge wohl so wie sie kommen, da wird weder viel diskutiert noch verändert oder nachbearbeitet. Die Songs des Albums wirken als ob sie live und direkt eingespielt wurden. Wenn ein Song dabei sehr kurz gerät, dann muss das halt so sein. Dies verleiht den Stücken auf der einen Seite einen unfertigen Charakter, als ob sie auf die Schnelle komponiert wurden, auf der anderen Seite sind sie voller Spontanität, Freiheit und diesem gewissen Geist der Endsechziger.

Das Album fängt viel versprechend an, die ersten drei Stücke stampfen angenehm im Midtempo nach vorne, ab und an kommen einem die The White Stripes in den Sinn. Im Mittelteil des Albums wird aber Tempo und Ideenreichtum gehörig reduziert. Es wird locker vor sich hin musiziert, manchmal akustisch („Copenhagen Bye Bye“) oder mit etwas mehr aufgedrehtem Verstärker („Play For Soul“ und „Love Love Love“). Ein erkennbares Ziel, ein besonderes Gefüge ist aber nicht vorhanden, eher ähneln die Songs des Mittelteils einem Umherirren.

Die Freude an der Musik und die Lockerheit sind durchgehend vorhanden und sehr angenehm, aber die Kompositionen sind teilweise zu arm an Besonderheiten um sich für längere Zeit im Kopf zu verankern. Vielleicht haben Highway Child das Album eine Spur zu locker eingespielt und dabei einige kompositorische Parameter vernachlässigt. Die Qualität ist jedenfalls nicht ausreichend hoch, um es als vollwertiges Album anzuerkennen. Eine solide EP ja, aber nicht mehr.

Anspieltipps:

  • Hangman’s Blues
  • Shades Of Blue
  • Love And Let Die
Neue Kritiken im Genre „Blues“
6/10

Live At Carnegie Hall: An Acoustic Evening
  • 2017    
Diskutiere über „Highway Child“
comments powered by Disqus