Scott Matthew - Gallantry´s Favorite Son - Cover
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Scott Matthew Gallantry´s Favorite Son


  • Label: Glitterhouse Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Der gebürtige Australier Scott Matthew lebt in New York, gründete mit dem Ex-Morrissey-Drummer Spencer Cobrin die Formation Elva Snow und wurde 2006 als Solokünstler über den Soundtrack zum Film „Shortbus“ bekannt. 2008 folgte das vielbeachtete Debüt „Scott Matthew“ und 2009 „There Is An Ocean That Divides...“, beide auf Glitterhouse Records erschienen.

Nun liegt sein drittes Werk mit dem Titel „Gallantry’s Favorite Son“ vor und so viel schon vorne weg: Er hat damit die wunderbaren Vorgängeralben übertroffen. Bereits das Album eröffnende „Black Bird“ ist zum Weinen schön und wer hier ohne Gänsehaut davonkommt, der sollte mal sein Innenleben überprüfen lassen. „Black Bird“ ist ein Paradebeispiel wie Melancholie in Schönheit, Schmerz in Seelenheil und Trauer in Romantik verwandelt wird. Die Textzeilen „I don’t want to learn to fly / That would mean I’d say goodbye” unterstreichen dies aufs Eindrucksvollste. Desgleichen gilt für „True Sting“ mit intensiven Molltönen vom Piano, weichen Klängen der Akustikgitarre, einem schwarz malenden Bass, einer perlenden Harfe und Matthews atmender und sehnsuchtsvoller Stimme.

Eine Überraschung ist „Felicity“, ein geradezu heiterer und gepfiffener Song, der dennoch die Stimmung des Albums nicht bricht, dafür sorgen die Kontraste setzenden Cellotöne von Clara Kennedy, die hier auch stimmlich zu gefallen weiß. „Duet“ und „Buried Alive“ leben wieder vom einfühlsamen Spiel der Saiteninstrumente und Matthews einzigartigem Gesang, der auf „Buried Alive“ von nahezu pastoral erklingenden Chorstimmen erfüllt wird. Danach setzt eine Klarinette optimistische Akzente auf „Devil’s On You“, während das spärliche „Sinking“ (wieder mit den eindringlichen Chorstimmen) bis tief in die Seele reicht.

„The Wonder Of Falling In Love“ betont wieder Matthews optimistische Seite; seine dunkle tritt wieder auf „Seedling“ hervor, hier malen Piano und Streicher einen dräuenden Himmel, der dennoch aufhellt in und mit Scott Matthews Stimme, die förmlich aufgeht in den Zeilen: „And I’ll leave / As he beautifully goes to seed.“ Schönheit und Dunkelheit schwebt auch durch „Sweet Kiss In The Afterlife“ und das finale „No Place Called Hell“ schaukelt im Klang der Ragtime swingenden Ukulele dieses traumhafte Album zu Ende.

Scott Matthew ist ein begnadeter Singer/Songwiter, der mit seinem dritten Werk ein neu gewonnenes Selbstbewusstsein in herausragende Songs transformiert hat. Seine atemberaubende Stimme, kunstvolle Arrangements, eine formvollendete Produktion (Mike Skinner) und sorgfältige Kompositionskunst erzeugen eine beeindruckende Intensität und wechselhafte, dennoch organische Stimmungsbilder. Zwischen Antony Hegarty und Josh T. Pearson hat sich Scott Matthew als weiterer großer und großartiger Schmerzensmann etabliert!

Anspieltipps:

  • Black Bird
  • Buried Alive
  • Sinking
  • Seedling

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