Seether - Holding Onto Strings Better Left To Fray - Cover
Große Ansicht

Seether Holding Onto Strings Better Left To Fray


  • Label: Wind-Up/EMI
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Gruppe hat den Genre-Umschwung erfolgreich abgeschlossen und kann nun lernen, in den neuen Gefilden zurechtzukommen.

Was haben sich Shaun Morgan, Dale Stewart und John Humphrey denn diesmal nur ausgedacht? Seether sind doch sonst für Post-Grunge bekannt. Auch wenn es eine Annäherung an den Markt in den letzten Jahren gab, konnte man nicht davon ausgehen, dass nach vier Jahren Pause nun mit „Holding On To Strings Better Left To Fray“ ein Album erscheint, das mehr an Nickelback erinnert, als an die alten Tagen. Diese Entwicklung gehört unter die Lupe genommen.

Ja, es ist eine große Veränderung, die auf der neuen Platte stattgefunden hat. Zwar versucht „No Reason“ uns in den ersten Sekunden vom Gegenteil zu überzeugen, doch wenn das Lied seinen krachenden Einstieg plus Gitarrensolo hinter sich gelassen hat, eröffnet sich dem Hörer ein recht stringenter Rock-Song, der für Seether-Verhältnisse recht harmonischen Gesang bietet. Überhaupt gibt sich Morgan alle Mühe angenehmer zu klingen und das gelingt ihm durchaus. Man möchte beinahe an Incubus denken, wenn er in „Country Song“ oder eben der Eröffnung die Mischung aus weichem und hartem Gesang ausprobiert. Ein fehlgeschlagenes Experiment ist diese Umstellung keinesfalls. Die Band wird zwar automatisch weicher im Klang durch diese Änderung, doch so hinterlassen die Lieder einen Funken Hoffnung im Gegensatz zu den sonst düsteren Werken der Band.

Allerdings muss man sich von den düsteren Seiten der Band auch komplett verabschieden. Gleich „Here And Now“, sowie die Single „Country Song“ sind wie fürs Radio gemacht und besonders Ersteres ist eine Sonnenschein-Rocker sondergleichen. Melodien für die Ewigkeiten sucht man zwar vergebens, doch solider Rock dröhnt hier aus den Boxen, der zum mitrocken einlädt, ohne Wut, dafür aber immer noch ein gutes Stück Energie in sich zu tragen. Die Band hält sich flexibel und grast tatsächlich alles von laut bis leise, aggressiv bis melodisch durch und gibt ein nettes Potpourri aus Alternativ-Rock ab, der keinen schwachen Moment zu kennen scheint. „Master Of Disaster“ mischt ruhige, aber spannungsgeladene Strophen mit einem typisch gitarrenlastigen Refrain, wie es zu den guten Zeiten Nickelbacks klang.

Den Großteil des Albums machen jedoch die Lieder aus, die heutzutage gerne als Stadionhymnen geschimpft werden. Zu geradlinig wird es deswegen noch lange nicht. Ob durch düstere Stimmung an alte Zeiten erinnernd („Down“, „Desire For Need“ oder „Forsaken“) oder eben den neuen, optimistischen Stil verbreitend, Seether setzen auf Bandbreite in alle Richtungen und schaffen so ein Album, das jeden Nerv trifft. Das einzige, aber signifikante Manko des Albums ist, dass keines der Lieder wirklich stark ist, sondern lediglich gut oder solide. „Here And Now“ ist nun wirklich kein starkes Brett im internationalen Vergleich, aber zumindest hat die Gruppe den Genre-Umschwung erfolgreich abgeschlossen und kann nun lernen, in den neuen Gefilden zurechtzukommen. Als Einstieg kann sich das Album durchaus sehen lassen.

Anspieltipps:

  • No Resolution
  • Forsaken
  • Country Song

Neue Kritiken im Genre „Rock“
6.5/10

Mental Jewelry (25th Anniversary Edition)
  • 2017    
Diskutiere über „Seether“
comments powered by Disqus