Kim Gloss - Rockstar - Cover
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Kim Gloss Rockstar


  • Label: Neo/Sony Music
  • Laufzeit: 44 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das hat aber gedauert! Über ein Jahr nach Ende der siebten Staffel „Deutschland sucht den Superstar“, die Mehrzad Marashi als den von RTL favorisierten Sieger (Menowin Fröhlich bewegte sich wegen seiner strafrechtlichen Vergangenheit schließlich am Rande des Vorbildkodex des Fernsehsenders) hervorgebracht hat, legt die Viertplatzierte bzw. beste weibliche Mitstreiterin Kim Debkowski alias Kim Gloss ihren ersten Longplayer vor. Bevor Mutmaßungen über die späte Veröffentlichung angestellt werden, „Rockstar“ hätte egal wann seit dem Finale der siebten Staffel herausgebracht werden können, das Ergebnis wäre ohnehin dasselbe geblieben: Debkowskis Debüt ist eine nach Aufmerksamkeit heischende Platte, die ihre Zutaten bei The Black Eyed Peas, David Guetta oder einer Allzweckband wie Monrose holt und anschließend versucht diese mit auf besonders jugendlich getrimmten Texten und obercooler Attitüde (man höre sich nur das peinliche Intro „Transformation of Kim“ an) in knallbunter Kaugummi-Optik (sogar Schlaubi Schlumpf (!!!) darf auf einem T-Shirt für einen grellen Farbkontrast sorgen) zu verheimlichen. Das kann eigentlich nur in die Hose gehen.

„Zwischen Liebe und Beziehungsproblemen, Fashion und Bling Bling, sowie Reise, Mädchenträumen, Internet und dem puren Spaß am Leben“ mäandert „Rockstar“ als musikgewordene Bravo-Fotolovestory durch die Boxen ohne einen einzigen nennenswerten Eindruck zu hinterlassen. Das Adjektiv „eigenständig“ lassen wir in diesem Zusammenhang mal lieber außen vor. Entweder wird der Hörer nämlich mit Autotune gefoltert („Buddahs delight“, „Crispy“) gepitchten Vocals belästigt („Rockstar“), gähnenden R&B-Beats abgespeist („Mrs. Bling Bling“), von Kinderkanal-Electrobeats umgarnt („Famous in Paris“), muss einen lauwarmen Jennifer Lopez-Ripoff durchstehen („Heat“) oder darf schunkeligen Balladenschmalz ertragen („Chatline“, „Turn away“).

Der Gipfel des Würgereizes ist allerdings mit dem schamlosen Falco-Cover „Rock me Amadeus“ erreicht. Hier treffen sich billige Synthies, Möchtegern-Raps und Einfallslosigkeit und kreieren die wohl absolut dämlichste Neuinterpretation der letzten Jahre. Im Schatten dieser zweifelhaften Komposition macht dann sogar der mit arabischen Elementen gewürzte Bauchtanz „Magic of Arabia“ oder die pompöse Herzschmerzballade „Fiasco“ Laune. Ernst genommen kann Kim Debkowski mit „Rockstar“ jedenfalls nicht werden, dafür verschwimmt die Grenze zwischen wirklichem Können und exzessiver Nachbearbeitung viel zu stark als das zumindest ihre stimmliche Performance diesen musikalischen Misthaufen retten könnte. Ein hervorragendes Beispiel hierfür ist „Imma be your girl“ mit seinem fröhlich-stampfenden Disney Channel-Beat und der fast durchgehenden Verwendung von Autotune. Zugegeben, Schlaubi Schlumpf wäre ganz sicher stolz auf dich, Kim!

Anspieltipps:

  • Fiasco
  • Magic Of Arabia

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