Ben Harper - Give Till It´s Gone - Cover
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Ben Harper Give Till It´s Gone


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist Harper einmal mehr gelungen, seine Fans zufriedenzustellen, ohne den eigenen musikalischen Fortschritt zu vergessen.

Es gibt immer wieder Musiker, die einfach ihr Ding durchziehen: Unabhängig von jeglichen Trends musizieren sie so wie sie sich fühlen und nehmen keine Rücksicht auf Trends oder die Charts. Ben Harper, gern als „besserer“ Lenny Kravitz bezeichnet, ist so ein Vertreter, der seit Jahrzehnten seine eigenwillige Mischung aus vielen Musikstilen veröffentlicht. Sein nunmehr zehntes Studiowerk beherbergt illustre Gäste: Ringo Starr und Jackson Browne unterstützen den Songwriter bei seiner Arbeit.

Mit der Beatles-Legende Ringo Starr komponierte Harper „Spilling Faith“ und „Get There From Here“, die sehr psychedelisch daherkommen und Rockmusik der altmodischen Sorte darstellen: Harper legt bei allen Tracks viel Wert auf ausführliche Instrumentenbearbeitung einschließlich einiger Gitarrensoli und das nicht nur, weil er neben dem sanften Gesang virtuos die Gitarre bedient. Die wenigen emotionalen Rockballaden lassen tief in die verletzliche Seele des Musikers blicken, stimmlich und textlich gibt Harper sehr viel Emotion preis, man höre nur „Feel Love“ und „ Pray That Our Love Sees The Dawn“.

Bei „Dirty Little Lover“ oder „Clearly Severely“ rockt er dann einfach wieder gepflegt drauf los, dass man nicht still sitzen bleiben kann. Die rockigen Songs sind in der Überzahl und so macht es einfach Spaß, dem Vollblutmusiker Harper, der auch gern mit dem Folk-Pop-Musiker Jack Johnson zusammen musiziert, zuzuhören, weil diese vertonten Gefühle mit viel Liebe zum musikalischen Detail und zur eigenen Gitarre komponiert wurden. Die beiden Tracks mit Ringo Starr gehen aber dann zu weit, denn psychedelischen Rock muss man nicht über zwei Songs ziehen, dafür fehlt diesem an der Stelle die Qualität, fröhlich herum jammen kann eben auch etwas langweilig werden, wenn die rechte Melodie fehlt.

Ben Harper verbindet amerikanischen Rock im Stile von Tom Petty und Lenny Kravitz mit Vorbildern wie Neil Youngohne dabei seine eigene musikalische Marke getränkt aus Rock, Funk, Blues, einer Prise Soul und ein wenig Folkmusik zu vernachlässigen. Es ist Harper einmal mehr gelungen, seine Fans zufriedenzustellen, ohne den eigenen musikalischen Fortschritt zu vergessen, dabei besitzt das Werk eine gewisse Zeitlosigkeit oder wie Mister Harper es nennt: „Rock N' Roll Is Free“.

Anspieltipps:

  • Rock N' Roll Is Free
  • Feel Love
  • Pray That Our Love Sees The Dawn
  • Clearly Severely

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