HammerFall - Infected - Cover
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HammerFall Infected


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Hammerfall lechzen nach einem Imagewechsel. Das wird einem schon vor Einlegen der CD bewusst, wenn ein Blick auf das weder farbenfrohe, noch mit einem blitzespuckenden Hammer ausgestattete Cover geworfen wird. Schwarz, rot und etwas grau müssen dieses Jahr eben reichen um die Zielgruppe neugierig zu machen, die mit dem Vorgänger „No Sacrifice, No Victory“ (02/2009) ein unerwartet starkes Album in den Schrank stellen durfte, was nach Schlaftabletten wie „Chapter V: Unbent, Unbowed, Unbroken“ (10/2005) oder „Threshold“ (10/2006) auch bitter nötig war.

Ein thrashiges B-Movie-Hörspiel läutet sogleich den achten Longplayer von Joacim Cans (Gesang), Oscar Dronjak (Gitarre), Pontus Norgren (Gitarre), Fredrik Larsson (Bass) und Anders Johansson (Schlagzeug) ein, bis „Patient Zero“ ein stampfendes Schlagzeug offeriert, das den verstärkten Heavy Metal-Aspekt von „Infected“ ausdrucksstark unterstreicht. Häufige Pausen rauben dem Track zwar die Konsistenz, die Spannung halten Hammerfall damit jedoch auf jeden Fall aufrecht. Anschließend fließen mit „Bang your head“ und „One more time“ zwei Beiträge aus der Luftgitarren- und Mitgrölabteilung für zünftigen Partymetal aus den Boxen, die durchaus nett sind, sich aber wie das zahnlose „The outlaw“ bestenfalls im Mittelmaß einfinden.

Mit der schwülstigen Ballade „Send me a sign“ fördern die Schweden kurzerhand recht passabel den Brechreiz, glücklicherweise knallt mit „Dia de los muertos“ ein zünftiges New Wave Of British Heavy Metal-Stück in Anlehnung an Judas Priest oder Iron Maiden durch den Äther, sodass sich der Druck auf die Skip-Taste zumindest ausgezahlt hat, was das schleppende „I refuse“ nicht von sich behaupten kann, wenn Cans zum wiederholten Male den Songtitel in sein Mikro piepst. Alles wird gut, Joacim, wir drücken ja schon weiter! Wiederholung als Stilelement etablieren Hammerfall auch im anschließenden „666 - The enemy within“, das mit allen möglichen Reimen auf die infernalisch-biblische Zahl maximal den Würgereflex auf Hochtouren hält.

Unglaublich, aber wahr: „Immortalized“ läutet spät, aber doch die starke Phase von „Infected“ ein. Wuchtig, packend und ohne Fremdschäm-Moment fertigen Cans & Co. eine von vorne, bis hinten stimmige Komposition an, die vom flotten und von altbekannten Themen umgarnten Track „Let´s get it on“ abgelöst wird, der einfach höllisch-gute Laune verbreitet. Zum Abschluss geben sich noch ein fiepsiges Keyboard, epische Erzählweise und eine im Mittelteil leider etwas zerfaserte Struktur im Siebenminüter „Redemption“ die Hand, halbwegs zufrieden darf sich der Hammerfall-Fan trotzdem zurücklehnen und womöglich sogar auf die Repeat-Taste drücken. „No Sacrifice, No Victory“ hatte im Vergleich zu „Infected“ zwar wesentlich mehr Wumms und frischere Ideen zu bieten, der erneute Versuch sich aus den Fängen der Power Metal-Sackgasse zu befreien, ist aber wenigstens kein Totalausfall geworden.

Anspieltipps:

  • Immortalized
  • Let´s Get It On
  • Dia De Los Muertos

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