U.D.O. - Rev-Raptor - Cover
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U.D.O. Rev-Raptor


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Schlacht kann beginnen! Jetzt aber wirklich! Nach dem recht enttäuschenden Vorgeschmack auf den neuen U.D.O.-Longplayer mit der „Leatherhead EP“ (04/2011) gibt es mit „Rev-Raptor“ endlich den vollwertigen Gegenschlag zur Accept-Reunion, die mit „Blood of the nations“ (08/2010) beinahe keine Wünsche offen ließ und sogar Udo Dirkschneider-Ersatz Mark Tornillo ausgezeichnet ausleuchtete. Wie der Reibeisengnom aus Wuppertal die Antwort auf diese beinahe nicht mehr für möglich gehaltene Wiedervereinigung gestaltet, ist allerdings höchst seltsam, denn er legt mit dem 13. Longplayer sein schwächstes Werk seit langem vor.

Der Einstieg verläuft mit den beiden flotten Flitzern „Rev-Raptor“ und „Renegade“, sowie mit dem bereits bekannten, stampfenden NWOBHM-Ungetüm „Leatherhead“ völlig nach Maß, „I give as good as I get“ nimmt als Halbballade mit schwachen Text („I know the way to cross the street / I even know to trick or treat / I know what´s right, I know what´s wrong“) zum ersten Mal das Tempo raus, wird live aber voraussichtlich für hunderte, geschwenkte Feuerzeuge (oder an die heutige Zeit angepasst: Handytaschenlampen) sorgen, und „Dr. Death“ und „Rock´n´Roll soldiers“ halten erneut die britisch gefärbte Metal-Flagge in die Höhe und lassen zwei knackige Songs aus den Boxen krachen.

Leider ist die metallische Glückseligkeit ab „Terrorvision“ dahin, denn entweder stützen sich U.D.O. auf flottes Liedgut, das denselben Rhythmus wie „Leatherhead“ oder „Renegade“ aufweist („Terrorvision“, „Pain man“, „Motor-Borg“, „True born winners“), was auch auf das dünne, blechern abgemischte Schlagzeug zurückzuführen ist, offerieren schunkelige Kompositionen, die nicht vom Fleck kommen („Underworld“, „Fairy tales of victory“) oder versuchen sich an einer Feuerzeugballade wie „Days of hope and glory“, die lediglich bei unverwüstlichen Anhängern des Wuppertaler Keifgnoms für Freudentränen sorgen dürfte.

Unterm Strich ist „Rev-Raptor“ also alles andere als ein gelungener Schlagabtausch mit „Blood of the nations“ geglückt. Viele Tracks gehen schon nach dem dritten Durchgang wegen ihrer Gleichförmigkeit auf die Nerven und ein krächzendes Rumpelstilzchen wie Dirkschneider macht alleine noch kein gutes Album. Insofern war die „Leatherhead EP“ ein wenig wie der Trailer zu einem neuen Hollywood-Blockbuster: Die besten Szenen kennt man eigentlich schon.

Anspieltipps:

  • Renegade
  • Dr. Death
  • Leatherhead
  • Rock´n´Roll Soldiers
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