Jessie J - Who You Are - Cover
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Jessie J Who You Are


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„Who You Are“ ringt mit Identitätsproblemen und musikalischer Austauschbarkeit, ohne den Kampf am Ende gewinnen zu können.

Im Alter von 18 Jahren unterschrieb Jessica Ellen Cornish alias Jessie J (heute 23) einen Vertrag bei Sony Music als Auftragssongschreiberin und bediente Künstler wie Chris Brown, Miley Cyrus, Christina Aguilera und Alicia Keys mit Hits. Nebenher arbeitete die junge Engländerin an ihrem ersten Soloalbum, das nach drei Vorabsingles, die sich in den englischen Charts auf den Rängen eins („Price tag“), zwei („Do it like a dude“) und neun („Nobody’s perfect“) platzieren konnten, Ende Februar 2011 in Großbritannien erschien und es ebenfalls in die Top 3 schaffte (Nr. 2).

„Who You Are“ entstand u.a. zusammen mit den Produzenten und Songschreibern Dr. Luke (Ke$ha, Britney Spears, P!nk, Avril Lavigne), Labrinth (Tinie Tempah, Tinchy Stryder, Professor Green), The Invisible Men (Gabriella Cilmi, Olly Murs) und Claude Kelly (Britney Spears, Ke$ha, Akon, Christina Aguilera), die dem Album einen modern klingenden Anstrich verliehen haben. Mit ihren britischen Kolleginnen wie Adele, Duffy oder auch Amy Winehouse, die eher auf dem Retro-Trip unterwegs sind, hat das Album folglich nichts gemeinsam.

Dass Jessie J eine erfahrene Auftragssongwriterin ist, merkt man den 13 Album-Tracks zu jeder Sekunde an. Und mit „Price tag“ (featuring B.O.B.) sowie „Do it like a dude“ (ein Song, der ursprünglich für Rihanna gedacht war) legt die 23-Jährige auch erste eigene Hits vor. Doch die Crux an „Who You are“ ist leider, dass den Stücken eine persönliche Identität fehlt. Es müsste lediglich die Stimme ausgetauscht werden, damit die Songs wie selbstverständlich zu Kolleginnen wie Katy Perry („Abracadabra“), Christina Aguilera („Mamma knows best”), Rihanna („L.O.V.E.”), Beyoncé („Nobody’s perfect“), Miley Cyrus („Stand up“), P!nk („Big white room“) oder Leona Lewis („Who you are”) passen.

Das ändert freilich nichts an der soliden Qualität, gestaltet das Hörvergnügen aber irgendwie merkwürdig, als würde der geneigte Hörer ein Album mit Coverversionen unbekannter Tracks oben genannter Künstler vorgesetzt bekommen. So ringt „Who You Are“ mit Identitätsproblemen und musikalischer Austauschbarkeit, ohne den Kampf am Ende gewinnen zu können.

Anspieltipps:

  • Rainbow
  • Price tag
  • Stand up
  • Do it like a dude
  • Mamma knows best

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