Art Brut - Brilliant! Tragic! - Cover
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Art Brut Brilliant! Tragic!


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 40 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Bang Bang Rock´n´Roll“ (2005) hieß das Debüt der britischen Band Art Brut und hatte tatsächlich einige Knaller parat: Lieder wie „Formed a Band“ oder „My Little Brother“ waren kurze, krachende und dahin geschrammelte Punkrocksongs mit Hitfaktor. Doch schon auf dem ersten Langspieler von Eddie Argos (Gesang), Ian Catskilkin (Gitarre), Jasper Future (Gitarre), Freddy Feedback (Bass) und Mikey Breyer (Schlagzeug) musste man erstmal an Argos vorbei, der seiner Hörerschaft mit seinem penetranten Sprechgesang und der nöligen Stimme gehörig auf die Nerven gehen konnte. Wie man sehr viel charmanter völlig neben den Tönen liegt, hatten beispielsweise The Libertines kurze Zeit vorher sehr überzeugend vorgemacht.

„Brilliant! Tragic!” ist nun, nach „It´s A Bit Complicated “ (2007) und „Art Brut Vs. Satan“ (2009) bereits das vierte Album von Art Brut. Besonders viel geändert hat sich nicht, nur dass die Songs nun etwas länger sowie braver geworden sind und insbesondere das Gitarrenspiel manchmal leicht improvisiert wirkt („Ice Hockey“). Dennoch scheppert es bei Art Brut in vielen Momenten noch ganz ordentlich („I Am The Psychic“, „Axl Rose”). Es gibt jedoch auch eher ruhigere Momente mit Akustikgitarre („Ice Hockey“). Bassistin Freddy gibt zudem zum ersten Mal Backing Vocals zum Besten.

Besonders positiv fällt an „Brilliant! Tragic!” die Produktion von Frank Black (Pixies) auf: Jedes Instrument ist deutlich neben dem anderen zu hören und insbesondere der Bass schält sich in vielen Momenten sehr fein heraus („Martin Kemp Welch Five-A-Side Football Rules!“). Das Album ist weder zu krachig geworden, noch zu glatt und passt somit ganz hervorragend zu dem inzwischen ausformulierteren Songs der Band – lediglich zwei Stücke knacken hier nicht mehr die drei Minuten Marke („Martin Kemp Welch Five-A-Side Football Rules!“, „I Am The Psychic“).

Doch was nützt eine gute Produktion, wenn die besten Momente die sind, in denen der Sänger den Mund hält und stattdessen z.B. ein Gitarrensolo im Vordergrund steht („Lost Weekend“)? Eddie Argos ist weiterhin der Dreh- und Angelpunkt, wenn es darum geht, ob ein Song von Art Brut genießbar ist oder nicht. Tatsächlich versucht er hier des Öfteren zu singen, scheitert aber an diesem Anspruch. Der Rest der Band legt annehmbare Nummern zwischen Punkrock, Pop und dem Krach der Pixies vor, die aber nie besonders erinnerungswürdig sind. Ganz besonders negativ fallen diese Faktoren ins Gewicht, wenn bei „Is Dog Eared“ über sechs Minuten quasi nichts passiert und Argos durch Flüstergesang versucht, etwas Abwechslung in seine monotone Performance zu bringen. Kein „Bang Bang“ mehr für Art Brut – „Brilliant! Tragic!” ist ein Blindgänger.

Anspieltipps:

  • Lost Weekend
  • Martin Kemp Welch Five-A-Side Football Rules!
  • Axl Rose

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