Susanne Sundfor - The Brothel - Cover
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Susanne Sundfor The Brothel


  • Label: Grönland/Rough Trade
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn man den ersten Klängen des internationalen Debüts der Norwegerin Susanne Sundfor lauscht, ist man ziemlich irritiert: Was ist das? Songwriter-Pop, Gothic, Electro-Pop oder alles zusammen? Auf Herbert Grönemeyers Label Grönland taucht die 25-Jährige nun auch hierzulande und europaweit auf und kann beweisen, dass ihre Erfolge in Ihrer Heimat nicht von ungefähr kommen. Eine eindringliche ziemlich unverwechselbare Stimme, die durchdringend, im positiven Sinne, den Hörer fesselt und die auch öfter mehrstimmig zusammengemischt wird, fällt als erstes auf. Die Arrangements sind überaus vielfältig: „It's All Gone Tomorrow“ beginnt mit Piano und Streichern, um dann zu einem von einem Keyboard geschaffenen Etwas zu werden, eine faszinierende Kombination von organischen und künstlichen Instrumenten entstand dabei.

Das Titelstück „The brothel“ beginnt sehr verhalten und lebt vom zarten Gesang und einer feinen Melodie, die man nicht vergessen kann. Den richtiggehenden Ohrwurm stellt das arabisch angehauchte „Turkish Delight“ dar, die Melodie bleibt sofort hängen und der Song punktet mit sehr eingängigem Pianospiel, starkem Gesang und ungewohnt schwungvoller Keyboardbegleitung, die auch Streicher begleiten. Dagegen zeigen „Lullaby“ oder „Oh Father“ die durchaus vorhandene experimentelle Seite der Künstlerin, wenn sie alles auf ihren fast schon sirenenhaften Gesang fokussiert und eine bedrückende Klangatmosphäre schaffen kann, die aber nicht wirklich eingängig klingt, sondern eher nach religiösen Kirchensongs, die es aber so nicht gegeben hat!

Die meist düsteren Klangwelten der Susanne Sundfor können nicht beim ersten Hördurchgang erfasst werden, denn die Tracks beinhalten gute Qualität und interessante musikalische Details, die man langsam zu erforschen hat. Die Geduld des Publikums wird dann aber belohnt und man ist gespannt auf die weitere Karriere der Norwegerin. Als Support von A-ha in der Vergangenheit und aktuell bei der zukünftigen Grönemeyer Tour wird das Publikum sich von den musikalischen Qualitäten der jungen Songwriterin überzeugen lassen, denn live zieht Sundfor noch mehr mit ihren seltsamen aber überaus gekonnt komponierten Songs in den Bann.

Anspieltipps:

  • The Brothel
  • Turkish Delight
  • It's All Gone Tomorrow
  • O Master

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