Danger Mouse & Daniele Luppi - Rome - Cover
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Danger Mouse & Daniele Luppi Rome


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 35 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Spiel mir das Lied vom Burton. Reminiszenzen aus der popkulturell so äußerst fruchtbaren Dekade der Sixties legt Brain Burton auch mit dem italienischen Filmmusikkomponisten Daniele Luppi vor. Vom experimentellen Rock-Folk in „Dark Night Of The Soul“, in Koproduktion mit dem inzwischen verstorbenen Sparklehorse-Melancholiker Mark Linkous, über den reichlich hippie-mäßigen Dream-Pop mit The Shins James Mercer als Broken Bells, geht die Reise nun in die monumentalen Weiten der Halbwüste, wo wortkarge Männer auf stets üppige Dekolletés treffen.

Danger Mouse und Luppi verneigen sich vor dem Spaghetti-Western, oder besser: die von Ennio Morricone vertonte Stimmung aus Gitarrenakkorden, und Bläser- und Streicherpathos, mit gepfiffenen Soli und Mundharmonikaeinsätzen. Dass für dieses insgesamt fünf Jahre an Entstehungszeit währenden Projekt Jack White und Nora Jones für jeweils drei Songs gewonnen werden konnten, lässt das allgemeine Interesse an dieser Reminiszenz-Platte noch um einiges wachsen.

Die Chöre, die Gitarren, die Streicher und die Bläser, alles wurde selbstredend stilsicher in einem römischen Tonstudio unter Zuhilfenahme italienischer Studio-Musiker rundproduziert. White sang seine Parts in Nashville, Jones ihre in Los Angeles ein. Besonders jene Stücke in denen ihre Stimmen den Song elaborieren helfen funktionieren gut oder sind ein wellenartiger Höhepunkt auf „Rome“, allen voran die starke Single „Two Against One“ mit Whites geschnatterten Wehklagen „I get the feeling that it’s two against one/I’m already fighting me, so what’s another one?/the mirror is a trigger and you’re mouth is a gun/lucky for me I’m not the only one“ und dem Western-Showdown zelebrierenden „Problem Queen” getragen von einer unterkühlten, zu allem bereiten Jones.

Gefällig ist das in jedem Fall, stellenweise sogar sehr gut. Insgesamt jedoch ist „Rome“ ein Tick zu sehr Nischenkultur. Die Mucke in Spaghetti-Western ist natürlich cool und gern fühlt man sich angenehm erquickt bekommt man sie überraschenderweise in der geselligen Bar seiner Wahl mal um die Ohren gespielt. Aber sie lebt streng genommen nur für den Moment, der ein überbordendes Gefühl in einer monotonen Filmästhetik vermitteln soll, gleichsam emotionale Sprache darstellt, wo Schauspieler nichts fühlen und sagen dürfen und nur verdreckt und verschwitzt in den Sonnenuntergang blinzeln. Nach dem Moment für den sie erschaffen, bleibt nichts von ihr übrig. Und ganz ähnlich ist es mit dieser technisch sehr guten Platte. So gut wie niemand wird sie sich zehn Mal in einer Woche anhören. Danger Mouse untermauert uns seine Stilsicherheit mit diesem Werk, mehr aber auch irgendwie nicht. Für den wissenden Weltbürger mit Erfahrung.

Anspieltipps:

  • Two Against One
  • Problem Queen

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